Wieder Gewalt gegen Demonstranten – einer getötet

Nach den Präsidentschaftswahlen in Belarus kam es in der Hauptstadt Minsk für eine zweite Nacht zu Unruhen. Demonstranten beschuldigen das Staatsoberhaupt der Manipulation. Die Polizei reagierte heftig.

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Nach den Präsidentschaftswahlen in Weißrussland In Belarus kam es zu neuen Unruhen. In mehreren Städten der ehemaligen Sowjetrepublik gab es zahlreiche Social-Media-Berichte über schwerwiegende Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten.

Im Internet sind Berichte aufgetaucht, wonach die Polizei atemberaubende Granaten abgefeuert hat, um Menschen zu zerstreuen. Demonstranten errichteten Barrikaden in der Hauptstadt Minsk. Die Polizei benutzte angeblich auch Gummigeschosse. Es gab auch mehrere Verwundete. Die genaue Anzahl war zunächst nicht bekannt. Augenzeugen berichten von Menschen, die mit Blut bedeckt sind. In Videos des Nachrichtensenders Telegram waren wiederholt Schreie zu hören, als sich die Demonstranten der Verhaftung widersetzten. Die Polizei schlug auch Menschen, die am Boden lagen. Laut Regierungsberichten wurde ein Demonstrant getötet. Der Mann wurde tödlich verwundet, als ein “Sprengsatz” in seinen Händen explodierte, teilte das Innenministerium am Montag mit.

Die Proteste richten sich gegen Lukaschenko, der das Land zwischen Polen und Russland seit mehr als einem Vierteljahrhundert mit fester Hand regiert. Es gibt starke Zweifel an seinem angeblichen Wahlsieg am Sonntag mit 80 Prozent der Stimmen. Viele vermuten, dass das Ergebnis gefälscht wurde. Lukaschenko wurde von Kritikern als “letzter Diktator Europas” bezeichnet. Seine Kandidatin Svetlana Tichanovskaya erreichte nur zehn Prozent. Sie bestätigte das Ergebnis nicht und bat um eine erneute Überprüfung der Stimmen.

Lukaschenko soll 80 Prozent der Stimmen erhalten haben

Tausende nahmen an den Protesten teil, die meisten davon in Minsk. Berichten zufolge wurden dort Flaschen und Eier in das Gebäude des Secret Service geworfen. Die Polizei in Kampfausrüstung stürmte am Freitag eine Kundgebung und entfernte Hunderte von Demonstranten mit einem Lastwagen. Ganze Straßen wurden eingezäunt. Sie können auch sehen, wie Menschen aus den Rettungsdiensten entkommen sind. Andere blockierte Kreuzungen. Autos fuhren durch die Stadt und drehten aus Protest die Hörner. Viele Passanten klatschten und schwenkten ihre Handykameras.

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Es gab auch Aufrufe zu Protesten gegen Wahlbetrug in anderen Städten des Landes. Von dort gab es Berichte, dass die Polizei die zentralen Bereiche mit Schutzstangen blockierte.

Laut ihrem Wahlstab weigerte sich Tichanovskaya zunächst, sich den Protesten anzuschließen, um die Polizei nicht zu provozieren. Social-Media-Berichten zufolge ging der Oppositionskandidat nach der Wahl in den Untergrund. Bisher gibt es keine Bestätigung dafür.

Lukaschenko, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert an der Macht ist, hat das Land dazwischen regiert Polen und Russland mit fester Hand. Zehntausende Menschen gingen am Montagabend im ganzen Land auf die Straße. Es gab blutige Zusammenstöße mit mehr als 3.000 Festnahmen und vielen Verletzten.

Viele Menschen im Land sind vom Internet abgeschnitten

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die belarussischen Behörden aufgefordert, “absolute Zurückhaltung und uneingeschränkte Achtung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, friedliche Versammlung und Gruppenbildung” angesichts von Gewalt zu zeigen. Das Weiße Haus in Washington hat “tiefe Besorgnis” zum Ausdruck gebracht. Ein Sprecher von US-Präsident Donald Trump, Kaylee McEnnany, sagte: “Wir fordern die belarussische Regierung auf, das Recht auf friedliche Versammlung zu respektieren und keine Gewalt anzuwenden.”

Stunden vor den neuen Aktionen versammelten die Behörden am Montag Sicherheitskräfte in der Innenstadt von Minsk. Entwickelte Bänke und Mülleimer an Bushaltestellen wurden entfernt – wahrscheinlich aus Angst, dass Demonstranten sie gegen Sicherheitskräfte einsetzen könnten. Darüber hinaus wurden Einkaufszentren laut Medien aus der Hauptstadt vorzeitig geschlossen. Die Leute schrieben in den sozialen Medien, dass das Internet gestört sei. Es wird berichtet, dass in den Regionen außerhalb von Minsk die Menschen völlig abgeschnitten sind.

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