Die bayerische Grenzpolizei verstößt teilweise gegen die bayerische Verfassung

In nur zwei Jahren muss der Freistaat Bayern möglicherweise seine eigene Grenzpolizei abschaffen oder zumindest grundlegend neu organisieren. Ihre Schaffung sei teilweise unvereinbar mit der Verfassung, entschied das bayerische Verfassungsgericht am Freitag. Er reichte daher einen Fall bei der Vorsitzenden der Fraktion der Grünen, Katarina Schulze, ein. Die Vorstellung der Grenzpolizei im Frühjahr 2018 war eine der ersten und wichtigsten Entscheidungen des damals neuen Premierministers Marcus Soder (CSU).

Insbesondere richtete sich Schulzes Fall wie der der Grünen gegen zwei Vorschriften: Erstens gegen Abschnitt 5 des Gesetzes über die bayerische Polizeiorganisation (POG), der die Einrichtung einer Grenzpolizei regelt und deren Aufgaben beschreibt. Auf der anderen Seite Artikel 29 des Gesetzes über bayerische Polizeiaufgaben (PAG), der ihm bestimmte Befugnisse verleiht – zum Beispiel, dass Beamte während einer Inspektion in einen Zug oder Bus einsteigen dürfen. Die Richter hatten keine Einwände gegen den POG-Artikel. Andererseits lehnten sie den PAG-Artikel unter anderem ab, weil er gegen die Rechtsstaatlichkeit verstieß. Ein Land wie Bayern darf in diesem Bereich keine Gesetze erlassen. Die Bestimmungen in der PAG sind “offensichtlich und auch ein schwerwiegender Eingriff in die Zuständigkeiten des Grundgesetzes”.

Dabei folgte das Gericht dem Argument der Grünen, dass die Sicherung der Grenzen nach dem Grundgesetz eine ausschließlich föderale Angelegenheit sei; Es gibt nur deutsche Außengrenzen, keine bayerischen. Es ist daher verfassungswidrig, dass der Freistaat hier auch Befugnisse an seine Staatspolizei überträgt, d. H. wenn es zusätzlich zur zuständigen Bundespolizei eine eigene Grenzpolizei einrichtet. Das CSB und die Landesregierung haben in der mündlichen Verhandlung vor dem Verfassungsgericht Einwände erhoben Vor zwei Wochen: Die bayerische Grenzpolizei wird nur in Abstimmung mit der Bundespolizei arbeiten. Dies würde ihren Kompetenzen nicht schaden. Tobias Reiss, der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Fraktion, sprach von einer “synergistischen, gemeinsamen Zusammenarbeit” zwischen Bundes- und Landespolizei.

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Soviel zum rechtlichen Argument. Politisch sehen die Grünen die Grenzpolizei als “Teil der Strategie des CSB zu der Zeit im Landtagswahlkampf”, wie ihr Gesetzgeber Jürgen Mistol sagte. Im Frühjahr und Sommer 2018 versuchten die Christensozialisten, “die AfD mit einem rechtspopulistischen Kurs und noch stärkeren und lauteren Tönen zu übertreffen”. Soder begründete die Einführung der Grenzpolizei im Jahr 2018 unter anderem damit, dass sich Bayern gegen die illegale Einwanderung “bewaffnen” kann. Inzwischen behauptet der CSO vor allem, dass die Anzahl der erfolgreichen Kontrollen für sich spricht.

Soder hatte das Projekt bereits vor seiner Wahl zum Premierminister im März 2018 angekündigt.Er wurde dann bei der ersten Kabinettssitzung unter seiner Führung ins Leben gerufen. Die Grenzpolizei mit Sitz in Passau beschäftigt derzeit rund 500 Mitarbeiter und wird in den nächsten drei Jahren um weitere 500 Mitarbeiter verstärkt. Am Anfang stand die Frage, ob Kompetenzen zwischen ihnen und der Bundespolizei unterschieden werden sollten Reibereien zwischen Soder und seinem Vorgänger Horst SeehoferInzwischen wurde er Bundesinnenminister.

Die bayerische Grenzpolizei nahm ihre Arbeit im Juli 2018 auf – oder nahm sie wieder auf. Weil es ursprünglich nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde und seitdem an Grenzübergängen und Flughäfen eingesetzt wird. 1998 löste der Freistaat ihn auf: Der Eiserne Vorhang fiel und Österreich trat der EU und dem Schengener Abkommen bei, mit denen die Grenzkontrollen grundlegend abgeschafft wurden.

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