Krone: Die US-Wirtschaft schrumpft wie nie zuvor

Wirtschaft Corona-Krise

Die US-Wirtschaft schrumpft wie nie zuvor

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“Der Präsident ist nicht befugt, den Wahltermin zu verschieben”

Donald Trump diskutierte eine mögliche Verschiebung der US-Wahlen. Er ist jedoch nicht befugt, dies zu tun. Der US-Experte Marcus Kaim erklärt, was tatsächlich hinter der Botschaft steckt.

Die US-Wirtschaft erlitt in der Koronakrise einen Rekordabschwung. Die US-Regierung gab am Donnerstag bekannt. Gleichzeitig empörte Donald Trump seine Gegner mit einem zweifelhaften Stoß – er brachte eine Verzögerung im Spiel.

eDie US-Wirtschaftsleistung ging im zweiten Quartal aufgrund der Pandemie des Kronenvirus trotz enormer Konjunkturpakete dramatisch zurück. Von April bis Juni schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) jährlich um 32,9 Prozent, wie die US-Regierung in einer ersten Schätzung am Donnerstag bekannt gab. Dies war der tiefste Rückgang seit einem Vierteljahr seit Beginn des Rekords. Nach der in Europa verwendeten vierteljährlichen Vergleichsmethode würde dies einem Minus von fast zehn Prozent entsprechen.

Bereits im ersten Quartal schrumpfte die US-Wirtschaft um fünf Prozent pro Jahr. Die Verschärfung der Kronpandemie Mitte März stürzte die Vereinigten Staaten jedoch in eine schwere Wirtschaftskrise. In der zweiten Mai- und Junihälfte gab es Anzeichen einer Erholung. Seit Ende Juni hat die Zahl der Neuinfektionen jedoch dramatisch zugenommen, was zu weiteren Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt hat und das Wachstum wieder verlangsamen dürfte. Im Juni lag die Arbeitslosenquote bei 11,1 Prozent. Vor der Pandemie waren es 3,5 Prozent.

Zentralbankchef Jerome Powell warnte bereits am Mittwoch vor einem historischen Rückgang des BIP. Die weitere Entwicklung der größten Volkswirtschaft der Welt sei aufgrund der Pandemie höchst ungewiss. “Der Verlauf der Wirtschaft wird stark vom Verlauf des Virus abhängen”, sagte Powell. Ohne das Virus einzuschränken, sei eine vollständige wirtschaftliche Erholung “unwahrscheinlich”, warnte er.

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Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hofft dagegen auf eine baldige Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt im dritten Quartal. Deshalb drängt Trump trotz der Pandemie auf eine rasche Normalisierung des Wirtschaftslebens. Analysten stehen der Hoffnung auf einen raschen Anstieg jedoch skeptischer gegenüber.

Trump führt einen Aufschub ein

Fast zeitgleich mit der Ankündigung des wirtschaftlichen Abschwungs machte Trump mit einer Twitter-Diskussion auf die Verschiebung der US-Präsidentschaftswahlen im November aufmerksam. Mit der wachsenden Zahl von Postwahlen inmitten der Kronenkrise drohten die Wahlen “die unangemessensten und irreführendsten” in der Geschichte zu werden, schrieb Trump auf Twitter.

Er fügte hinzu: “Die Wahl verschieben, bis die Menschen richtig und sicher wählen können?” Trump reagierte nicht auf den wirtschaftlichen Abschwung im Tweet. Die Hindernisse für die Verschiebung der Präsidentschaftswahlen am 3. November sind jedoch extrem hoch, da der Termin gesetzlich festgelegt ist. Daher erscheint die Änderung sehr unwahrscheinlich.

Bisher hat Trump seine Angst vor Wahlbetrug, die er mehrfach zum Ausdruck gebracht hat, nicht dauerhaft unter Beweis gestellt. Die meisten Wahlfachleute sind der Ansicht, dass die Briefwahl grundsätzlich sicher ist – auch wenn die Änderung des Wahlregimes nur wenige Monate vor der Pandemiestimme eine große Herausforderung darstellt. Der Republikaner Trump bleibt derzeit in den Umfragen von Joe Biden, dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten, weit zurück.

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Derzeit werden in den USA täglich etwa 60.000 neue Koronarinfektionen gemeldet. Besonders betroffen sind die Länder im Süden und Westen des Landes, in denen etwa ein Drittel der US-Bevölkerung lebt. Laut der Johns Hopkins University gibt es jetzt 4,4 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Erreger und etwa 150.000 Todesfälle.

Der US-Kongress und die Regierung haben seit Beginn der Krise bereits Konjunkturpakete im Wert von fast 3 Billionen US-Dollar genehmigt. Dies entspricht mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Ein weiteres Paket wird derzeit im Kongress ausgehandelt. Die Vorstellungen von Republikanern und Demokraten zu diesem Thema sind immer noch sehr unterschiedlich.

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