Die GAMES.CH-Columns # 07-2020: Epic vs. Apple und Google

Apple und Google haben Fortnite aus ihren Läden geworfen. Jetzt steht Epic Games vor Gericht. Aber nichts davon ist ein Zufall, sondern ein geplanter Schritt. Der Hersteller von “Fortnite” setzt auch auf eine unvorhersehbare Waffe: den Zorn der Spieler!

Das ist episch. Grau bis grau. Ein Raum mit Figuren, die auf einen riesigen Monitor starren. Völlig verboten. Eine apfelförmige Gestalt auf dem flackernden Bildschirm spricht zu ihnen. Dann kommt eine Frau herein. Es ist bunt. Anders als die anderen. Sie wirft eine Einhorn-Spitzhacke auf den Monitor, die im hellen Licht aufsteigt. Dies ist das Video, das am 13. Juli auf dem Fortnite Twitter-Konto veröffentlicht wurde. Hinter dem Video befindet sich eine Meldung: “Fortnite” wurde am 13. Juli aus dem Apple App Store verbannt. Er verstößt gegen die Zahlungsanweisungen der Plattform. Der epische Spielehersteller Fornite will sich das nicht gefallen lassen. Er verklagt Apple und beschuldigt das iPhone, iPad und Mac, seine Quasi-Monopolstellung zu nutzen. Es ist ironisch, denn das Video zu Epic Games ist eine Korruption der legendären Anzeige von 1984, mit der Apple einst dem IBM-Monopol den Krieg erklärt hat. Was jetzt folgt, sollte unglaublich interessant sein – aber auch einen zarten Nachgeschmack haben.

Zuerst: Es ist wahr, dass Epic Games mit “Fortnite” gegen die Anweisungen des App Store verstoßen hat. Weil Fortnite es möglich gemacht hat, die Spielwährung V-Bucks im Spiel Epic Direct Payments zu kaufen, wobei das Buchhaltungssystem von Apple umgangen wurde. Die damit getätigten Einkäufe im Spiel haben Fortnite zu einem milliardenschweren Geschäft für Epic Games gemacht. Nach Angaben von 2018 müssten fast 69 Prozent aller Spieler – auf allen Plattformen – rund 88 Franken ausgeben. Es gibt einen einfachen Grund, warum Epic Games die Zahlungsumgehung im App Store zulässt – und dies umgehen möchte – aus einem einfachen Grund: Wer über Apple kauft, muss Apple etwas geben. 30 Prozent des gezahlten Betrags – soweit wir wissen, nimmt Apple “nur” 15 Prozent in Sonderfällen wie Amazon Prime Video. Daher müssen diejenigen, die nicht direkt an Epic, sondern über den App Store zahlen, mehr für die gleiche Anzahl von V-Bucks auf mobilen Plattformen bezahlen.

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Die 30-Prozent-Provision hat viele Anwendungsentwickler lange Zeit verärgert und wiederholt zu Protesten und Versuchen geführt, sie zu umgehen. Schließlich wollten die Entwickler des kostenpflichtigen E-Mail-Dienstes “Hey” eine Anwendung im App Store anbieten. Wenn Sie es jedoch verwenden möchten, müssen Sie Ihr Abonnement aus der App entfernen – wie es Netflix seit Jahren tut. Clever, aber laut Apple ein Grund, die Anwendung abzulehnen und zu entfernen. Die Entwickler protestierten lautstark. Aber auch Giganten wie Spotify stritten sich mit Apple über die Steuer – und reichten eine Beschwerde bei der EU ein.

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