Weitere Verzögerungen in Brüssel: Merkel: EU-Gipfel scheitert

Tatsächlich sollte der spezielle EU-Gipfel, der am Freitag begann, nur zwei Tage dauern. Die Verhandlungen über ein Milliarden-Dollar-Erholungspaket in der Kronenkrise sind jedoch schwierig. Nun bezweifelt Bundeskanzlerin Merkel zunächst den Erfolg des Treffens.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach wie vor der Ansicht, dass das Scheitern eines speziellen EU-Gipfels zum geplanten Wiederauffüllungspaket von 1 Milliarde Euro in der Kronkrise trotz Diskussionen rund um die Uhr weiterhin möglich ist. “Ich kann immer noch nicht sagen, ob es eine Lösung geben wird”, sagte Merkel am dritten Tag der Diskussion in Brüssel. “Es gibt viel guten Willen. Aber es gibt auch viele Positionen. Also werde ich dafür arbeiten. Aber ein Ergebnis kann heute möglicherweise nicht erreicht werden”, fügte sie hinzu. Der dritte Tag des Gipfels war sicherlich der entscheidende Tag der Gespräche, betonte Merkel. “Die verschiedenen Probleme – die Größe des Fonds, die Art der Verwaltung und auch die Fragen der Rechtsstaatlichkeit – sind jetzt gut gelöst.”

EU-Ratspräsident Charles Michel verlängerte den Sondergipfel um einen Tag, um einen neuen Kompromissvorschlag über Nacht vorzulegen. Nach Merkel trafen sich auch EU-Ratspräsident Michel, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der französische Präsident Emmanuel Macron am Sonntagmorgen zu Vorgesprächen. Macron und Merkel hatten sich gestern Abend bei ihrem italienischen Premierminister Giuseppe Conte getroffen. Michelle schloss sich später dem Gespräch an. Die Überlegungen gingen bis in die Nacht hinein, sagte die französische Delegation.

Die groß angelegten Diskussionen sollten mittags fortgesetzt werden. Das für 12.00 Uhr geplante Treffen aller 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Vorgespräche wurden fortgesetzt, sagten Diplomaten. Mögliche Kompromisslinien werden zunächst in einer kleinen Gruppe getestet.

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Ein Versuch, Merkel und Macron mit den sogenannten zu vermitteln. Die sparsamen Vier blieben nach der großen Runde an der Spitze während der Nacht ohne nennenswerten Erfolg. Zu den vier Wirtschaftszweigen zählen die Niederlande, Österreich, Dänemark und Schweden. Finnland hat am Samstag vier Runden gespielt. Nach mehreren Bemühungen um einen Kompromiss verließen Merkel und Macron das Treffen gemeinsam, sagte die französische Delegation.

Rechtsstaatlichkeit als Bedingung?

Das Konjunkturpaket der EU zur Bewältigung der Kronenkrise dürfte erheblich kleiner sein als ursprünglich vorgeschlagen. Laut französischen Diplomaten sind Merkel und Macron bereit, nur 400 Milliarden Euro für nicht erstattungsfähige Zuschüsse anstelle der geplanten 500 Milliarden Euro zu veranschlagen. Ein noch geringerer Betrag wird jedoch nicht akzeptiert. Die sparsamen Vier wollen Kredite vergeben und keine Zuschüsse gewähren, um Länder wie Italien und Spanien zu ermutigen, schneller zu reformieren.

Es gibt eine Reihe anderer schwieriger Punkte. Die Gespräche am Samstag wurden laut Diplomaten auch über den geplanten Rechtsstaatlichkeitsmechanismus vereidigt. Ungarn und Polen haben sich absolut geweigert, die Zahlung von EU-Geldern künftig an die Rechtsstaatlichkeit zu knüpfen. Streitigkeiten über Nettobeiträge zum EU-Haushalt sind ebenfalls umstritten.

Tatsächlich sollte der Gipfel, der am Freitag begann, nur zwei Tage dauern. Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU konnten sich jedoch in mehr als 36 Stunden Gesprächen am Freitag und Samstag nicht auf das Finanz- und Krisenpaket einigen. Es besteht aus einem langfristig finanzierten Wirtschafts- und Investitionsprogramm in Höhe von 750 Mrd. EUR und einem neuen siebenjährigen EU-Haushaltsrahmen von mehr als 1.000 Mrd. EUR. Merkel spielt eine vermittelnde Rolle bei den Verhandlungen, da Deutschland seit dem 1. Juli 27 EU-Länder geleitet hat.

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