Synthetisches Benzin kommt ?: Porsche will Verbrennungsmotoren am Leben erhalten

Die Autos der Zukunft werden elektrisch sein – richtig? Ja, aber nicht nur, würde man bei Porsche sagen. Sein Chef wird auch synthetische Kraftstoffe fördern, was für die heutigen Autos von entscheidender Bedeutung wäre.

Porsche-Chef Oliver Blume glaubt, dass die Seriennutzung synthetischer Kraftstoffe in rund zehn Jahren möglich ist. Der Sportwagenhersteller sieht in den sogenannten eFuels einen sehr wichtigen Beitrag zur künftigen Attraktivität von Verbrennungsmotoren, sagte Blume am Mittwoch auf dem “Branchengipfel” des Instituts für Automobilindustrie (Ifa) in Nürtingen bei Stuttgart.

Synthetische Kraftstoffe “konkurrieren nicht mit der Elektromobilität, sondern ergänzen sie. Wenn Sie nur daran denken, dass wir Milliarden von Fahrzeugen auf der Welt haben, müssen wir von beiden Seiten kommen: vorwärts, klar elektromobil, aber auch rückwärts mit der synthetischen Kraftstoffe “, betonte Blume. Porsche hat vor einigen Wochen angekündigt, an der Entwicklung synthetischer Kraftstoffe beteiligt zu sein.

E-Kraftstoffe werden aus CO2 und Wasserstoff mit regenerativer Energie hergestellt. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Grundeigenschaften nicht von Erdöl, Diesel oder Benzin aus Öl. Im Idealfall handelt es sich jedoch um einen klimaneutralen Kraftstoff. Das Problem mit eFuels ist derzeit der Preis, der weit über zehn Dollar pro Person liegt. Liter, sagte Blume. Es wird erwartet, dass es zehn Jahre dauern wird, bis der Raffinierungsprozess für die Massenproduktion geeignet ist, und dass der Preis auf etwa 2 USD pro Tonne gesenkt wird. Liter.

Brennstoffzelle an der Seitenlinie

Porsche ist der Meinung, dass elektrischer Strom allein nicht ausreicht, um die Kohlendioxidemissionen ausreichend zu reduzieren und zukünftige Klimaziele zu erreichen. Experten haben beim heutigen zweiten großen Branchentreffen, dem jährlichen Kongress der Automobilindustrie in Zwickau, am Mittwoch eine ähnliche Erklärung abgegeben. “Die aktuelle Situation ist, dass der Gesetzgeber nur von batteriebetriebenen Fahrzeugen abhängig ist – aber das ist zu einseitig”, sagte Thomas Koch, Leiter der Abteilung Stempelmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie.

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Insbesondere synthetische Kraftstoffe ermöglichen neben Wasserstoff eine zeitnahe Reduzierung der CO2-Emissionen. Es gibt auch Technologien, die für den Markt bereit sind, aber noch keine angemessene Unterstützung erhalten haben. Bei Porsche gilt die wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle jedoch als ungeeignet. “Wir glauben nicht daran, eine Brennstoffzelle in einem Auto zu bauen”, sagte er. Wasserstoff in seiner reinen Form ist zu teuer für den Transport, das vorhandene Tankstellennetz kann nicht genutzt werden. Es gibt auch Nachteile hinsichtlich der Effizienz und des Platzbedarfs im Fahrzeug.

Im Zusammenhang mit der Brennstoffzelle verwies Daimler-Chef Ola Källenius auch auf den Mangel an und die teure Infrastruktur und den deutlich schlechteren Wirkungsgrad im Vergleich zu batteriebetriebenen Fahrzeugen. Daimler hat sich der Batterie verpflichtet, zumindest was Autos betrifft. Er würde aber nicht ausschließen, dass die Brennstoffzelle auch in Autos einen Durchbruch erzielen könnte. “Die Diskussion darf nicht dogmatisch oder religiös sein – in Anführungszeichen – sondern muss offen für Technologie bleiben”, sagte Källenius.

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