September 22, 2021

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Sorge um die Pressefreiheit: Aufstand bei Protesten in Frankreich

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Der französische Staat will die Verbreitung bestimmter Filmaufnahmen von Polizisten zu einer Straftat machen. Der Gesetzesentwurf sorgt jedoch für Ärger im Land – Zehntausende gehen aus Protest wieder auf die Straße. Neue Aufzeichnungen von Polizeigewalt verbessern die Situation weiter.

In Frankreich gingen Zehntausende Menschen gegen Polizeigewalt und für die Pressefreiheit auf die Straße. Nach Angaben der Veranstalter nahmen landesweit 500.000 Menschen teil. Allein in der Hauptstadt Paris gingen 200.000 Demonstranten auf die Straße, sagte ein Bündnis von Journalistengewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen, die den “Freiheitsmarsch” gefordert hatten. Das französische Innenministerium sprach jedoch von 133.000 Demonstranten im ganzen Land und 46.000 Teilnehmern in Paris. In anderen Städten wie Straßburg, Bordeaux, Lyon, Marseille, Rennes, Lille, Nantes und Montpellier gingen die Menschen auch auf die Straße.

Die Proteste zielten auf ein geplantes Gesetz ab, nach dem die französische Regierung bestimmte Fotos oder Filme von Polizisten unter Strafe stellen will. Sie wurden von neuen Fällen von Polizeigewalt getrieben, die in dieser Woche auf Video aufgezeichnet wurden und landesweit für Entsetzen sorgten.

Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron will das Gesetz für “umfassende Sicherheit” nutzen, um die Verbreitung von Fotos oder Filmen aus Polizeieinsätzen zu kriminalisieren, durch die einzelne Polizisten möglicherweise kritisiert werden. Journalistenverbände befürchten massive Einschränkungen der Pressefreiheit.

In Paris und Rennes gab es laut Journalisten Unruhen am Rande der Proteste. In Paris setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein, die Barrikaden errichteten und Steine ​​auf Polizisten warfen. Auf dem Bastille-Platz zündeten Demonstranten einen Zeitungskiosk an, den Eingang zu einem Gebäude der französischen Zentralbank und eine nahe gelegene Brasserie. In der Gegend brannten auch mehrere Autos. Nach Angaben der Polizei gab es am frühen Abend neun Festnahmen.

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Die Kritik am Gesetz nimmt zu

Am vergangenen Wochenende gingen trotz der Ausreisebeschränkungen von Corona rund 22.000 Menschen in Frankreich gegen das Filmverbot auf die Straße. Seitdem ist die Kritik am geplanten Gesetz noch schärfer geworden. Auslöser waren Aufnahmen von zwei brutalen Polizeieinsätzen, die bis an die Spitze des Staates für Horror sorgten.

Präsident Macron war am Freitag “schockiert” durch Videoaufnahmen von Polizisten, die einen schwarzen Musikproduzenten in seinem Pariser Studio zusammengeschlagen und rassistisch beleidigt hatten. Er sprach von einer “inakzeptablen Aggression” und nannte die Bilder “beschämend”. Die Polizei hatte bereits zuvor massive Kritik an der Zwangsräumung eines Flüchtlingslagers in Paris geübt.

Der umstrittene Artikel 24 des geplanten Gesetzes über “umfassende Sicherheit” sieht die Verbreitung von explosivem Material von Polizeieinsätzen für bis zu einem Jahr Gefängnis und hohe Geldstrafen vor, wenn die “körperliche oder geistige Unversehrtheit” einzelner Beamter bedroht ist. Mit dem Gesetz will die Regierung der Polizei auch ermöglichen, Demonstranten mit Drohnen zu überwachen. Das Unterhaus des Parlaments hat den Vorschlag bereits in erster Lesung gebilligt.

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