Juli 27, 2021

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Pipeline-Politik: Wie sieht die Energiediplomatie nach der Bundestagswahl aus?

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Angenommen, die Russische Föderation konfrontiert die Europäische Union (EU) und im Allgemeinen westliche Institutionen wie die NATO, um die Vorherrschaft in ihrer Nachbarschaft, unter anderem in den baltischen Staaten (Estland, Lettland und Litauen) und in der Ukraine zurückzugewinnen und Georgia. Bei diesem Versuch setzt Russland eine hybride Kriegsstrategie um, die diplomatische und wirtschaftliche Mittel einschließt. Dies verhindert nicht die Fortsetzung des Dialogs. Die NATO, das von den USA geführte Militärbündnis, das die europäische Sicherheit und Verteidigung garantiert, von dem 21 der 27 EU-Staaten gemeinsame Mitglieder sind, hat kürzlich die Zusammenarbeit mit Russland wieder aufgenommen, nachdem sie sie nach der Annexion der Krim ausgesetzt hatte.

Unter dieser Prämisse müssen wir betonen, dass Deutschland ein Eckpfeiler des europäischen Projekts und Mitglied der NATO ist. Es ist wahrscheinlich, dass der Führungswechsel in Berlin die euro-russischen Beziehungen nicht beeinflussen wird. Die Berliner Regierung unterstützt die Außenpolitik der Europäischen Union, die teilweise, aber nicht vollständig von Deutschland bestimmt wird.

Vor kurzem hat die Bundesregierung ihre orthodoxe Wirtschaftsposition, die Teil der ordoliberalen „Wirtschaftsverfassung“ ist, revidiert. Die Bundesregierung hat die Notwendigkeit der Wettbewerbsfähigkeit großer Unternehmen auf dem Weltmarkt, die Skaleneffekte erfordert, erkannt und ihre Haltung gegenüber Monopolen revidiert. Dies ist nur „Realpolitik“ und sollte daher keine Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen der EU und Russland im Allgemeinen haben. Das als Reaktion auf den Anschluss der Krim an die Russische Föderation beschlossene EU-Sanktionsregime wurde bisher von Deutschland nicht angefochten, und es ist absehbar, dass dies auch in naher Zukunft nicht der Fall sein wird. Auch bei der möglichen EU-Einführung des in Russland hergestellten COVID-19-Impfstoffs Sputnik unterschied sich die deutsche Position nicht von der anderer Mitglieder der Union. Natürlich ändert sich die Situation, wenn es um Wirtschaft oder Beschäftigung geht.

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Die U-Boot-Doppelpipeline Nord Stream 2 wird jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland unter der Ostsee in die Europäische Union transportieren. Die Frage spaltet Deutschland und die USA, die gegen das Projekt sind. Mit der Unterstützung dieses Projekts dient Deutschland lediglich den Interessen der Union, während die Vereinigten Staaten als erstes Land der Welt Rohöl produzieren.

Niemand hatte jedoch Einwände gegen den Bau der Trans Adriatic Pipeline (TAP), die eine Erdgastransportinfrastruktur von der griechischen Grenze zur Türkei bis nach Süditalien betreibt und es interessierten Parteien ermöglicht, Gas in mehrere europäische Länder zu vermarkten. TAP unterhält starke strategische Partnerschaften mit der EU, ihren drei Gastländern und angrenzenden Gastransportunternehmen, die in diesen Ländern tätig sind. Diese Energieinfrastruktur wurde von der EU viermal als Projekt von gemeinsamem Interesse (PCI) anerkannt und wurde 2013 als Projekt von Gemeinschaftsenergieinteresse (PECI) bezeichnet, obwohl an der TAP autoritäre Regierungen wie Aserbaidschan und die Türkei beteiligt sind, die die Europäische Union wegen Nichtachtung der grundlegenden Menschenrechte und wegen Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention verurteilt. Daher ist nicht klar, worin der Unterschied zwischen der Haltung zu Nord Stream 2 und den Auswirkungen dieses Projekts auf die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland besteht.

Zusammenfassend ist der Autor der Meinung, dass der Führungswechsel in Berlin die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Russischen Föderation nicht beeinträchtigen wird.

Marco Marsili, PhD, ist Forscher am Forschungszentrum des Instituts für Politische Studien der Katholischen Universität Portugal (CIEP-UCP). Er ist außerdem Associate Researcher am Center for International Studies (CEI-IUL) – Institut der Universität Lissabon (ISCTE-IUL), Center for Research, Innovation and Development of the Military Academy (CINAMIL) und Research Center and Development of the Military Universitätsinstitut (CIDIUM). [email protected].

Bild: Reuters

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