September 18, 2021

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Neue Koronamaßnahmen: Bayern erklärt Katastrophe

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Die neuen Coronavirus-Infektionen bleiben hoch – trotz “Lockdown Light”. Bayern kündigt nun als erstes Bundesland eine deutliche Verschärfung der Maßnahmen an: “Hoffnung ist gut, Handeln ist besser”, sagte Ministerpräsident Söder.

Angesichts der konstant hohen Zahl neuer Koronarinfektionen im Freistaat verschärft Bayern seine Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Nach einer Sondersitzung in seinem Kabinett legte Ministerpräsident Markus Söder einen Zehn-Punkte-Plan vor, der von Mittwoch bis Anfang Januar gelten sollte – sofern das bayerische Parlament das Projekt am Dienstag genehmigt.

Bayern wird dann erneut eine Katastrophe erklären und die bereits bestehenden Kontaktbeschränkungen verschärfen: Menschen sollten ihre Häuser nur aus gutem Grund verlassen – zum Beispiel zum Arbeiten oder Einkaufen.

In Hotspots mit einer Inzidenz von 200 neuen wöchentlichen Infektionen pro 100.000 Einwohner gibt es eine Ausgangssperre zwischen kl. 21 und bei Außerdem dürfen maximal fünf Personen zusammenkommen. Zu Weihnachten sollte es eine Ausnahme geben, in der sich maximal zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten treffen können.

Die ursprünglich geplante Entspannung am Silvesterabend sollte nicht stattfinden. Darüber hinaus gibt es ein offenes Alkoholverbot. Bayern ist ein christliches Land, daher hat Weihnachten eine besondere Bedeutung, sagte Söder. Dies gilt nicht an Silvester.

Fokus auf Schulen

In Bezug auf die Schulen erklärte Söder, dass es einen “stärkeren Kontakt” gebe, insbesondere in den oberen Klassen. Daher sollten alle Berufsschulen ab Mittwoch den Unterricht im Klassenzimmer beenden. Ab der 8. Klasse muss der Unterricht überall stattfinden. In Hotspots mit einer Inzidenz von 200 oder mehr müssen Schüler ab der 8. Klasse vollständig auf Fernunterricht umsteigen.

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Schutz von Pflegeheimen

Söder bezeichnete die Situation in den Pflegeheimen als besonders dramatisch. Besucher sollten daher in Zukunft nur noch Zugang zu Pflegeheimen mit negativem Test und FFP2-Maske haben. Die Mitarbeiter müssen zweimal pro Woche getestet werden. Für Krankenhausbesucher muss außerdem eine FFP2-Maske erforderlich sein.

Damit die teilweise überlasteten Gesundheitsbehörden sie weiter verfolgen können, müssen sie unter anderem von der Polizei unterstützt werden. Arbeitgeber werden aufgefordert, das Home Office nach Möglichkeit zu aktivieren.

“Die Zahlen sinken”

“Leider ist die Situation ernst”, erklärte Söder die Entscheidung des Kabinetts. Das Gleichgewicht der letzten Wochen ist sehr gemischt, das sanfte Herunterfahren hemmt die Entwicklung, aber es reicht nicht aus. “Bestenfalls haben wir eine Seitwärtsbewegung.” “Die Zahlen müssen sinken”, bestätigte der CSU-Chef. Andernfalls besteht die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems. In einigen Regionen ist dies bereits der Fall. Die hohe Zahl der Todesfälle ist moralisch nicht vertretbar.

Jetzt ist es an der Zeit, konsequent zu handeln. “Besser kürzer und klarer sein, aber mit Perspektive”, sagte Söder. “Corona will einfach nicht aufgeben – aber wir auch nicht.” Und er fügte hinzu: “Hoffnung ist gut, Action ist besser”.

Die Infektionen bleiben hoch

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland stagniert auf hohem Niveau. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) meldeten die Gesundheitsbehörden am Sonntag innerhalb von 24 Stunden 17.767 neue Koronarinfektionen. Die Anzahl der registrierten Fälle ist normalerweise sonntags geringer, auch weil an Wochenenden weniger Tests durchgeführt werden. Vor einer Woche wurden an einem Tag 14.611 Neuinfektionen gemeldet.

Darüber hinaus wurden 255 zusätzliche Todesfälle im Zusammenhang mit einer Koronarinfektion gemeldet. Dies bringt die Zahl auf 18.772 Todesfälle seit Beginn der Pandemie. Laut RKI sind insgesamt 1.171.322 Menschen mit dem Virus infiziert.

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Laut dem RKI-Managementbericht vom Samstag betrug der sogenannte 7-Tage-R-Wert 1,10. Dies bedeutet, dass 100 infizierte Personen theoretisch 110 weitere Personen infizieren. Am Vortag betrug der Wert 1,04. Der Wert gibt die Inzidenz der Infektion vor 8 bis 16 Tagen an. Wenn es längere Zeit unter 1,0 liegt, nimmt die Infektionsrate ab.

Tagesschau berichtete zu diesem Thema am 6. Dezember 2020 um 14.30 Uhr.


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