November 27, 2021

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Landdeutsche sind mit Lebensqualität zufrieden und beklagen berufliche Vielfalt – EURACTIV.com

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Die Mehrheit der Menschen im ländlichen Deutschland ist mit ihrer Lebensqualität zufrieden. Weniger positiv sei die Lage bei Beschäftigung, Digitalisierung und öffentlichem Verkehr, ergab eine am Montag, 1. November, im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums veröffentlichte Studie. EURACTIV Deutschland berichtet.

Laut der Studie stimmten 80 % der auf dem Land lebenden Befragten der Aussage zu, dass ländliche Räume attraktiv zum Leben sind. Zudem seien 80 % mit Convenience-Stores „grundsätzlich zufrieden“, 75 % mit der medizinischen Versorgung und drei Viertel der Bewohner würden gerne dort bleiben.

Vieles sei jedoch bereits durch flankierende Maßnahmen erreicht worden, so Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die ihr Ministerium auch als “Wirtschaftsministerium für den ländlichen Raum” für die Gewährleistung gleichberechtigter Lebensbedingungen zwischen Stadt und Land sieht.

„Wir haben in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes vorbildliche Projekte gefördert, die zu Flaggschiffen geworden sind und von denen auch andere Kommunen und Gemeinden profitieren“, sagte Klöckner.

Auf EU-Seite stehen Mittel zur Förderung der ländlichen Entwicklung aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Verfügung, der die zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) darstellt und vom jeweiligen Mitgliedstaat kofinanziert wird.

In Deutschland sind die Länder für die Verwendung von ELER-Mitteln und geförderten Projekten zuständig. Im Förderzeitraum 2014-2020 waren dies bundesweit rund 2,4 Milliarden Euro pro Jahr.

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium, davon flossen rund 16 % dieser Mittel in Maßnahmen der ländlichen Entwicklung und weitere 12 % in die Förderung von landwirtschaftlichen Modellprojekten.

Klöckner räumte jedoch ein, dass in der nächsten Wahlperiode, die nach der Bildung einer Koalitionsregierung aus Sozialdemokraten, Grünen und liberaler FDP beginnen werde, “noch viel zu tun ist”.

Wie wird Deutschland die grünen Ziele der GAP umsetzen?

Die EU-Landwirtschaftsminister einigten sich im Juli auf eine neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), die „grünere“ landwirtschaftliche Praktiken fördert, wobei Begriffe wie „Ökoprogramme“ und „Umweltbedingungen“ im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen. Aber was bedeutet das konkret für die deutsche Landwirtschaft? EURACTIV Deutschland berichtet.

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Ein gutes Arbeitsklima

Die Studie ergab auch, dass weniger als die Hälfte der Befragten ländliche Gebiete als ein gutes Arbeitsumfeld ansah.

Daher müssten adäquate Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum durch „maßgeschneiderte Lösungen“ weiter verbessert werden, so Klöckner.

Auch im Bereich Digitalisierung besteht Handlungsbedarf, denn nur rund 60 % der Befragten bewerteten die Bereitstellung von Internet im ländlichen Raum als gut oder sehr gut.

Obwohl Klöckner darauf hinwies, dass die scheidende Regierung bereits 1,1 Milliarden Euro zur Verbesserung der Netzabdeckung bereitstellt, hat die EU-Kommission in ihren Empfehlungen zum deutschen Nationalen Strategieplan zur GAP „erhebliche Lücken“ beim Zugang zu Breitbanddiensten im ländlichen Raum aufgezeigt.

Die Befragten erwähnten auch, dass die öffentliche Verkehrsanbindung in ländlichen Gebieten problematisch sei.

Während in Ballungsräumen rund 70 % der Menschen öffentliche Verkehrsmittel nutzen, nutzen dies in sehr ländlichen Gebieten nur etwa 40 %. Ein Drittel der Befragten in ländlichen Gebieten ist mit der Häufigkeit des lokalen Bus- und Bahnverkehrs zufrieden.

Auch eine Expertengruppe für ländliche Entwicklung im Landwirtschaftsministerium kam in einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme zu dem Schluss, dass die neue Bundesregierung die Belange des ländlichen Raums „stärker als bisher“ berücksichtigen muss.

Um nachhaltig zu bleiben, müssen ländliche Räume insbesondere mit dem Lebensstil junger Menschen vereinbar sein, heißt es auch in dem Dokument. Neben Dorfentwicklungsmaßnahmen gehe es dabei vor allem um die Schaffung und Sicherung von hoch- und geringqualifizierten Arbeitsplätzen, so die Experten weiter.

[Edited by Daniel Eck/ Alice Taylor]

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