Kronenalarm in der Tschechischen Republik: Deutschland erklärt Prag zur Risikozone

Deutschland hat Prag am Mittwoch als Risikozone eingestuft. Wer von Prag nach Deutschland reisen möchte, muss einen negativen Covid 19-Test ablegen oder unter Quarantäne gestellt werden. Die Bundesregierung sagte dies auf einer Pressekonferenz.

Vertreter der tschechischen Regierung hatten den Schritt bereits im Voraus angekündigt. Dementsprechend war die Nachricht für die meisten Prager kein Wunder. Dies hat jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Stadt, wie bereits in den letzten Tagen gezeigt wurde.

Prag: Schock mit Ankündigung

Wenn Sie abends durch die Straßen der tschechischen Hauptstadt gehen, haben Sie den Eindruck, dass es kein Coronavirus gibt. Gruppen junger Leute stehen vor Bars, trinken Bier, haben Spaß – niemand geht weg. Gleiches gilt für Restaurants und insbesondere Nachtclubs. “Diese Einrichtungen sind stark an der Ausbreitung der Infektion beteiligt”, sagte Zdenka Jagrova, Leiterin des Hygienebüros in Prag.

Dies ist ein weiterer Grund, warum Bars, Pubs und Nachtclubs in Prag am Mittwoch von Mitternacht bis 6 Uhr morgens geschlossen sind. Die tschechischen Gesundheitsbehörden versuchen, die kritische Situation mit neuen Maßnahmen zu retten. Ab Donnerstag sind in allen Innenbereichen des Landes wieder Mundkappen obligatorisch. Sie sollten jetzt einen Mundschutz in öffentlichen Verkehrsmitteln tragen.

Nerd pünktlich

Die Tschechische Republik reagierte sehr schnell auf die Pandemie im März und führte sofort strenge Maßnahmen ein. Das Land hat seine Grenzen geschlossenMan musste überall eine Gesichtsmaske tragen, sogar auf der Straße. Die Bars wurden geschlossen und viele Unternehmen stellten die Produktion ein. Betroffene Tschechen waren vorsichtig, viele blieben zu Hause. Und dann verschwand die Angst gewissermaßen von einem Tag auf den anderen.

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Aufgrund des öffentlichen und wirtschaftlichen Drucks wurden die meisten Maßnahmen bis Ende April und Anfang Mai gelockert. Seitdem sind immer mehr Tschechen mit dem Kronenpathogen infiziert. Während die Behörden Mitte Juni etwa 2.200 Infizierte registrierten, gibt es jetzt etwa 9.280 und eine Bevölkerung von nur 10,5 Millionen. Zum Vergleich: Deutschland mit 83 Millionen Einwohnern meldet derzeit rund 17.000 aktive Kronenfälle.

“Die wachsende Zahl ist ein Risiko”, sagte der tschechische Epidemiologe und Regierungsberater Roman Primula am Mittwoch in einem Interview mit Radio Z. Er sagte, die Tschechen hätten die Krankheit unterschätzt und sich nicht einmal an die grundlegendsten Regeln gehalten. “Wenn die Dinge so weitergehen, müssen die Maßnahmen erneut verstärkt werden”, sagte Primula.

WER ist besorgt! Regierungschef empört!

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die aktuelle Situation mit der Krone in der Tschechischen Republik als “alarmierend” ein. Sie erinnerte die Tschechen daran, dass es keine Alternative zum Testen, Verfolgen und Isolieren gab. Viele Experten in der Tschechischen Republik kritisieren die Regierung auch dafür, dass die sogenannte “intelligente Quarantäne”, dh. Technologie, die helfen soll, infizierte Personen zu erkennen, funktioniert nicht zu 100 Prozent.

Nun scheint dies nicht ganz richtig zu sein. Babish reagierte mit entsprechender Unzufriedenheit auf die Kritik der WHO. “Die WHO muss schweigen”, schrieb der tschechische Ministerpräsident auf Twitter und beschuldigte die WHO, die Masken im Frühjahr nicht empfohlen zu haben. Laut Babish wusste die WHO nicht einmal, dass es eine Pandemie gab.

Deutschland erklärt Prag zum Kronenrisikogebiet

Deutschland stuft Prag unterdessen als Risikozone ein. Der stellvertretende tschechische Außenminister Martin Smolek erwähnte diese Möglichkeit in einem Interview mit Radiožurnál vor der offiziellen Erklärung Berlins. Bundeskanzlerin Merkel hat offenbar ihren tschechischen Amtskollegen Babis bereits am Dienstagabend in einem Telefongespräch informiert. Wer von Prag nach Deutschland reisen möchte, muss jetzt einen negativen Covid 19-Test ablegen oder unter Quarantäne gestellt werden.

Dies ist für viele Unternehmen ein Problem, da Deutschland der größte Handelspartner der Tschechischen Republik ist. 33 Prozent der tschechischen Exporte gehen nach Deutschland. “Dies wird auch ein Problem für Hotels in Prag sein”, sagte Vaclav Starek, Leiter des tschechischen Hotel- und Restaurantverbandes. Prag war in den letzten Wochen weitgehend von Touristen aus Nachbarländern abhängig. Derzeit ist Deutsch fast die einzige Fremdsprache, die auf den Straßen von Prag zu hören ist.

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