Koronapandemie: 3483 Neuinfektionen in Deutschland

Sonntags und montags sind die von RKI gemeldeten Infektionszahlen normalerweise niedriger als im Rest der Woche – hauptsächlich, weil nicht alle Büros Daten senden. Mit 3483 neuen Koronarinfektionen bleibt die Zahl hoch.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) meldeten die deutschen Gesundheitsbehörden innerhalb eines Tages 3483 neue Koronarinfektionen. Von Mittwoch bis Donnerstag war der Wert deutlich von 2.828 auf 4.058 gestiegen, von Donnerstag bis Freitag waren es 4516. Am Samstagmorgen gab es 4721 neue Fälle. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Anzahl der registrierten Fälle in der Regel sonntags und montags geringer ist, auch weil nicht alle Gesundheitsbehörden am Wochenende Daten an RKI melden.

Nach Angaben des RKI sind seit Beginn der Corona-Krise in Deutschland mindestens 322.864 Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert (Daten vom 11. Oktober um 12.00 Uhr). Die Zahl der mit einer Koronarinfektion verbundenen Todesfälle betrug daher 9615. Das waren 11 mehr als am Vortag.

R-Wert bei 1,42

Nach Schätzungen des RKI in Deutschland betrug die Anzahl der Reproduktionen oder kurz R-Wert laut Managementbericht am Samstag 1,42 (Vortag: 1,34). Dies bedeutet, dass eine infizierte Person durchschnittlich etwa 1,4 andere Personen infiziert. Der R-Wert zeigt die Infektionsrate etwa eineinhalb Wochen im Voraus. Darüber hinaus bietet RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes 7-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und ist daher weniger täglichen Schwankungen ausgesetzt. Nach Schätzungen von RKI betrug dieser Wert nach Angaben am Freitag 1,43 (Vortag: 1,37). Es zeigt den Infektionsprozess vor 8 bis 16 Tagen.

Mittlerweile werden immer mehr Großstädte in Deutschland zu Corona-Hotspots: Am Samstag meldeten Köln und Stuttgart die Alarmstufe von 50 Neuinfektionen pro Kopf. 100.000 Einwohner in sieben Tagen wurden überschritten. Auch Berlin, Frankfurt, Bremen und Essen liegen über dieser Schwelle.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Freitag mit den Bürgermeistern der elf größten deutschen Städte über die Situation gesprochen. Die Entwicklungen in den Ballungsräumen zeigen, “ob wir die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle halten können oder ob die Kontrolle von uns abrutscht”, betonte Merkel. Der vereinbarte Maßnahmenkatalog umfasst unter anderem den Einsatz von Sachverständigen des RKI und der deutschen Streitkräfte bei einer Schwelle von 35 Neuinfektionen pro Jahr 100.000 Einwohner werden in sieben Tagen überschritten. Ab 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner sollte es neue Beschränkungen geben.

Ministerpräsidenten warnen

Mehrere Ministerpräsidenten forderten die Bürger auf, aufmerksam zu sein. “Es wird gefährlich”, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnte im “Bild am Sonntag”: “Ich erwarte, dass die Bürger nicht mehr alles tun, was sie aus Verantwortungsbewusstsein tun dürfen”. Der grüne Politiker fügte hinzu: “Sie müssen zu Hause oder in einem Restaurant keine Party veranstalten.”

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer appellierte auch an die junge Generation in der “Welt am Sonntag”: “Jetzt brauchen wir keine vollen Parteien, sondern Vorsichtsmaßnahmen – und Kontrolle.” Der CDU-Politiker verteidigte strengere Regeln. “Wir brauchen jetzt bestimmte Instrumente, um mit der Situation fertig zu werden. Wir werden unser soziales und wirtschaftliches Leben weitgehend erhalten.”

Tagesschau berichtete zu diesem Thema am 11. Oktober 2020 um. 10.05.


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