Oktober 19, 2021

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Kommission sagt, Deutschland hinkt bei der Reduzierung der landwirtschaftlichen Emissionen hinterher – EURACTIV.de

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Die Europäische Kommission hat die mangelnden Fortschritte Deutschlands bei der Reduzierung der Emissionen durch die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hervorgehoben. Auch Branchenverbände sind der Ansicht, dass die aktuellen Pläne zu kurz kommen. EURACTIV Deutschland berichtet.

Auch wenn die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft in Deutschland im Vergleich zu 1990 um 19 % zurückgegangen sind, hat sich ihre Menge in den letzten zwei Jahrzehnten eingependelt, die Im Dokument der Kommission heißt es:.

Deutschland solle in seinem nationalen Strategieplan, der der Kommission bis Ende des Jahres vorgelegt werden soll, die Emissions- und CO2-Reduktion weiter vorantreiben.

Eco-Schemes – Anreize für freiwillig umweltfreundliche Landwirte – und „Agra-Environmental-Climate-Maßnahmen“ (AECM) bieten die Möglichkeit, in der nächsten Förderperiode Klimamaßnahmen mit GAP-Mitteln zu fördern.

Während in den vom Bundestag im Juni verabschiedeten Gesetzen bereits ein Katalog von Ökoregimen vorgesehen ist, fällt die Ausgestaltung von AECMs hauptsächlich in die Zuständigkeit der Bundesländer, deren Pläne sich noch im Aufbau befinden.

Emissionsminderungspotenzial

„Wir müssen diese Emissionen reduzieren, kompatibel auf 1,5 Grad, aber das geht nur mit einer Agrarpolitik, die auch in diese Richtung handelt“, sagte Xenia Brand vom Deutschen Bauern-Arbeits-Verband (AbL) bei EURACTIV Deutschland.

„Dazu gehört für uns auch die Förderung der Weidehaltung, denn der Erhalt von Dauergrünland ist aufgrund seines hohen Kohlenstoffgehalts eine Klimaschutzmaßnahme“, fügte sie hinzu.

„Von den sieben Öko-Verordnungen wirken sich nur sehr wenige positiv auf das Klima aus“, sagt Christian Rehmer von der Umweltorganisation BUND. Er fügte hinzu, dass die wirksamsten Vorschriften diejenigen sind, die den Schutz von Grünland oder Agroforstsystemen fördern.

Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) hat immer wieder auf das Potenzial der Landwirtschaft zum Klimaschutz hingewiesen.

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„Land- und Forstwirtschaft bleiben die wichtigsten Säulen, um langfristig negative CO2-Emissionen zu verursachen“, sagte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken Ende Juni zur Verabschiedung des geänderten Klimaschutzgesetzes.

„Dafür müssen die Landwirte im Bereich des Humusaufbaus politisch unterstützt und diese Klimaleistung entsprechend entlohnt werden“, fügte er hinzu.

Das Klimaschutzgesetz legt sektorale Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen für verschiedene Wirtschaftssektoren fest, die mit den im Juni beschlossenen Änderungen verschärft wurden. In der Landwirtschaft werden die Emissionen bis 2030 auf 56 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent gegenüber 1990 reduziert.

„Land- und Forstwirtschaft sind die einzigen Wirtschaftszweige, die Kohlenstoff natürlich speichern können“, sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei der Verabschiedung des Gesetzes.

Dies sei besonders wichtig, da es unmöglich sei, in der Land- und Forstwirtschaft im Öko-System emissionsfrei zu wirtschaften.

Moore schützen und wiederherstellen

Laut Christian Rehmer sehen die deutschen Umsetzungspläne der GAP jedoch keine Mittel zur Förderung von Klimaschutzmaßnahmen wie Moorrestaurierung, Kohlenstoffspeicherung oder Herdenreduktion vor.

In einer gemeinsamen Erklärung forderten die Bauernarbeitsgruppe und der Deutsche Naturschutzring, die Umweltauswirkungen des GAP-Strategieplans neu zu bewerten. Dies sollte im Hinblick auf seinen Beitrag zur Umsetzung des geänderten Klimaschutzgesetzes und des Klimaschutzplans 2030 erfolgen.

Insbesondere die Reduzierung der Tierzahl und „ausreichende Mittel für Wiedervernässungsmaßnahmen auf Moorböden“ sollten als Klimaschutzmaßnahmen stärker in Betracht gezogen werden, so die beiden Organisationen.

Die Kommission unterstreicht in ihrem Dokument auch die Bedeutung von Mooren als Kohlenstoffspeicher und empfiehlt Deutschland, „den Schutz kohlenstoffreicher Böden durch Wiedervernässung und Renaturierung von Mooren und Feuchtgebieten“ zu fördern.

Das Bundesumweltministerium hat Anfang dieses Monats eine nationale Moorschutzstrategie vorgelegt, die nach eigenen Angaben sowohl den Schutz intakter Moore als auch die Wiederherstellung und nachhaltige Bewirtschaftung von zuvor entwässerten Mooren sicherstellt.

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Aber Verbände und Opposition kritisierten die Strategie, weil sie nicht von der gesamten Regierung übernommen wurde, vor allem weil sie nicht mit dem Landwirtschaftsministerium abgestimmt wurde.

„Wir müssen zum einen die Moore wieder vernäsen, zum anderen aber auch dafür sorgen, dass die Menschen auf den wiedervernässten Flächen noch kultivieren können“, sagte Rehmer. Landwirte, deren Moore nicht mehr bewirtschaftet werden können, müssten angemessen entschädigt werden.

Klimaschutz lohnen

Um den Erfolg der Maßnahmen zu sichern, bräuchte es laut Rehmer genug Geld und “massive Beratungen”. “Diese Notwendigkeit wird von der GAP kaum berücksichtigt”, fügte er hinzu.

„Allerdings müssen alle Wiedervernässungskonzepte freiwillig und mit der lokalen Bevölkerung entwickelt werden“, kommentierte DBV-Stellvertretender Generalsekretär Udo Hemmerling die Moorschutzstrategie. Bauernhöfe brauchten eine langfristige wirtschaftliche Perspektive, fügte er hinzu.

Im Hinblick auf den GAP-Strategieplan fordert der DBV zudem eine stärkere Förderung der Grünlandbewirtschaftung im Rahmen von Ökoregimen. So könnte beispielsweise ein Grünland-Klimabonus eingeführt werden, um „die Kohlenstoffsenke der Landwirtschaft zu belohnen“, sagte Hemmerling gegenüber EURACTIV Deutschland.

Laut EU-Kommission sind die Treibhausgasemissionen aus Grünland trotz rückläufiger Tendenz in Deutschland höher als in jedem anderen EU-Land. Der nationale Strategieplan sollte daher eine weniger intensive Grünlandbewirtschaftung fördern, so die Kommission.

[Edited by Alice Taylor]

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