Juni 19, 2021

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“Illegale” Monopolbildung: US-Regierung verklagt Google

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Die US-Behörden beschäftigen sich seit mehreren Monaten mit der Marktmacht von Internetunternehmen. Das Justizministerium verklagt jetzt Google. Der Prozess könnte die gesamte technische Industrie einnehmen.

Die US-Regierung und der Internetgigant Google streben eine rechtliche Konfrontation von neuem Ausmaß an: Das Justizministerium von Washington verklagte Google wegen angeblicher Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht und forderte “strukturelle” Änderungen im kalifornischen Unternehmen. Die Regierung beschuldigt Google unter anderem der “illegalen” Monopolbildung in Internet-Suchmaschinen und Online-Werbung und schlug eine mögliche Aufteilung des Technologieriesen vor. Google kritisierte die Klage als “zutiefst fehlerhaft”.

Der Prozess vor einem Bundesgericht in Washington, an dem auch elf überwiegend republikanische Staaten teilnahmen, öffnet die Tür zu den größten Kartellfällen in den Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten. Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Jeffrey Rosen begründete den Schritt vor Journalisten mit “wettbewerbswidrigen” Geschäftspraktiken des Technologieriesen. Damit will Google seine Funktion als “Gateway zum Internet” sichern, sagte Rosen.

In der Beschwerde fordert die US-Regierung das Gericht auf, drastische Schritte gegen Google zu unternehmen. Es wird vermutet, dass die Richter der Gruppe verbieten, wettbewerbswidrige Praktiken geltend zu machen. Darüber hinaus fordert die Regierung das Gericht auf, erforderlichenfalls “strukturelle” Maßnahmen gegen die Gruppe zu ergreifen.

Google droht sich zu spalten

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Rosen äußerte sich empört über die Frage, wie die US-Regierung eine mögliche Spaltung von Google konkret vorsieht. Dazu muss der Rechtsstreit zunächst “ein wenig Fortschritte gemacht” haben. Gleichzeitig kündigte Rosen die Überprüfung anderer US-amerikanischer Technologie-Giganten hinsichtlich ihres Wettbewerbsverhaltens an.

Google kritisierte scharf den Schritt der Regierung. Internetnutzer nutzten die Angebote des Unternehmens, weil sie sie frei wählen konnten, nicht weil es keine Alternativen gab, sagte das Unternehmen. Der republikanische Senator Josh Hawley begrüßte den Prozess. Dies könnte die “wichtigste Generation von Kartellverfahren in einer Generation” werden, sagte der langjährige Kritiker des US-amerikanischen Technologieriesen.

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Die US-Behörden beschäftigen sich seit mehreren Monaten mit der Marktmacht von Internetunternehmen wie Google, Facebook und Amazon. Kritiker werfen Unternehmen vor, ihre marktbeherrschende Stellung in ihrem Marktsegment missbraucht zu haben.

Erster Showdown mit der US-Regierung

Google betreibt die weltweit dominierende gleichnamige Internet-Suchmaschine. Das Unternehmen bietet auch andere Online-Dienste wie den Karten-Service, ein E-Mail-Programm sowie Werbe- und Einkaufsdienste an. Das auf den meisten Smartphones weltweit installierte Android-Betriebssystem stammt ebenfalls von Google. Google gehört der Muttergesellschaft Alphabet.

Gleichzeitig ist Google in den USA seit Jahren im Fadenkreuz der Kritik. Linke Politiker haben gewarnt, dass der Online-Riese den Wettbewerb unterdrückt und die wirtschaftliche Ungleichheit gefördert hat. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht des demokratisch geführten US-Repräsentantenhauses wurde vorgeschlagen, Google und andere US-amerikanische Technologiegiganten zu spalten, um den Wettbewerb zu verschärfen. Konservative amerikanische Politiker und Präsident Donald Trump beschuldigten die Online-Giganten, sie im aktuellen Wahlkampf politisch diskriminiert zu haben.

Der Suchmaschinenbetreiber konnte bisher eine echte Konfrontation mit der US-Regierung vermeiden. In Europa sieht es ganz anders aus. Die Europäische Kommission hat die Gruppe bereits mit einer Geldstrafe von mehreren Milliarden Euro für die Zusammenarbeit in der Suchmaschinenwerbung belegt. Auch hier soll Google in Verträgen restriktive Klauseln verwendet haben, um zu verhindern, dass Werbung bei konkurrierenden Anbietern geschaltet wird.

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