Oktober 20, 2021

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Euro am Sonntag gibt Ratschläge: SCHUFA-Macht: Was Verbraucher über die SCHUFA-Datenerfassungsnachricht wissen müssen

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von Sabine Hildebrandt-Woeckel, Euro am Sonntag

ichWenn die SCHUFA irgendwo erwähnt wird, weiß wahrscheinlich jeder in Deutschland, worum es geht. Wenn Sie einen Kredit beantragen oder etwas in Raten kaufen möchten, ist die Anfrage bei SCHUFA seit langem Standard. Selbst wer eine Wohnung sucht, kommt am Wiesbadener Kreditbüro kaum vorbei. Ohne SCHUFA-Informationen gibt es keine Möglichkeit. Aber kennen wir das SCHUFA-System wirklich? “Nein”, sagt Birgit Vorberg, die im Verbraucherzentrum Nordrhein-Westfalen für den Kredit- und Schuldenerlass zuständig ist. “Die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, wie weit SCHUFA tatsächlich in unser Leben reicht.”

Das Unternehmen versteht sich als Servicepartner für Unternehmen sowie für Verbraucher und als Vermittler zwischen beiden. Das 1927 gegründete Unternehmen hat seitdem Daten zur Zahlungsfähigkeit von Verbrauchern gesammelt. Seit 2007 wird darauf basierend ein Prozentwert berechnet, der die Wahrscheinlichkeit der Erfüllung von Verpflichtungen darstellt: SCHUFA-Punktzahl. Die Vertragspartner der SCHUFA, die auch die meisten Daten liefern, können jetzt in Sekundenschnelle online darauf zugreifen. Zwar gibt es nicht nur eine Punktzahl, wie SCHUFA-Sprecher Ingo Koch klarstellt, sondern mehrere.

Die Philosophie des SCHUFA-Geschäftsmodells ist sehr einfach: Wenn Unternehmen ihre Erfahrungen mit Kunden teilen, hilft dies beiden. Denn wenn Sie wissen, dass ein Kunde zahlungsfähig ist, können Sie ihm immer teurere Produkte verkaufen. Und der Kunde profitiert auch davon, dass er sich durch Raten oder Kredite mehr leisten kann, als das Konto derzeit zulässt. Daher der Name: Schutzverband für allgemeinen Kreditschutz – SCHUFA.

Neben SCHUFA gibt es in Deutschland weitere Kreditauskunfteien wie CRIF Bürgel, Infoscore Consumer Data (Teil von Arvato Financial Solutions) und Creditreform Boniversum. In einigen Fällen übernehmen sie auch andere Finanzdienstleistungen wie das Inkasso und haben einen viel geringeren Marktanteil als der Spitzenreiter SCHUFA.

97 Prozent sind schon ziemlich negativ

Aber so einfach und verständlich die Idee auch ist, sie kann für den Einzelnen genauso wichtig sein. Und das gilt keineswegs nur für Schuldner, wie viele glauben. Die SCHUFA, erklärt Vorberg, beeinflusst von Anfang an die Gestaltung einer Vielzahl von Verträgen. Betroffene, die zuvor ihrem Telekommunikationsanbieter oder einem Online-Händler der SCHUFA-Anfrage standardmäßig zugestimmt haben, bemerken häufig gar nichts. Wer weiß, dass die Beziehung des Energieversorgers zu anderen besser ist oder dass der Nachbar auf Rechnung bezahlen kann, aber nicht Sie selbst?

Was Verbraucheranwälte verblüfft: Viele Menschen interessieren sich überhaupt nicht für das Thema, denken sogar, es sei eine Autorität, kennen ihre eigene Punktzahl nicht – oder können sie nicht interpretieren. Laut Vorberg stellt sie wiederholt fest, dass diejenigen, die Rat suchen, eine Punktzahl von 90 Prozent für gut halten. “Ein Prozentsatz von 97 kann negative Auswirkungen haben.”

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Was die SCHUFA sammelt

Verbraucher- und Datenschutzaktivisten kritisieren das Konzept der Kreditauskunfteien nicht grundsätzlich. Das größte Problem ist jedoch, dass “nicht genau bekannt gegeben wird, wie eine Bewertung zusammengesetzt ist und welche Kriterien letztendlich die Bonität bestimmen”, sagt Martin Jedwillat, Inhaber der IT- und Datenschutzkanzlei Advomare in Rostock.

Die SCHUFA betont dagegen, dass sie stets im Rahmen der Allgemeinen Datenschutzverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes tätig ist und alle gesetzlichen Transparenzbestimmungen einhält, diese manchmal sogar außer Kraft setzt. Beispielsweise sind Daten zu Herkunft, Religion, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Arbeitgeber, Einkommen, Guthaben und Wertpapierkonten für die SCHUFA tabu.

Es ist jedoch erlaubt zu speichern:

Allgemeine Daten: Geburtsdatum, Geschlecht oder Anzahl der im Geschäftsverkehr verwendeten Adressen.

Frühere Zahlungsprobleme: Zum Beispiel Bankbilanzberichte, Mahnverfahren, Vollstreckungsbescheide oder Privatinsolvenzen.

Kreditaktivitäten: Zum Beispiel Kreditkartenanfragen, Kreditbereitstellung.

Dauer der (problemlosen) Bonitätshistorie: Seit wann werden Kreditprodukte verwendet?

Adressdaten: Nur wenn nur wenige persönliche kreditrelevante Informationen verfügbar sind.

Wie alle Informationen im Detail gewichtet werden, schweigt jedoch in Wiesbaden in Bezug auf das Geschäftsgeheimnis und war auch 2014 vor dem Bundesgericht richtig (Az. VI ZR 156/13). Die Richter in Karlsruhe bekräftigten ausdrücklich das Auskunftsrecht darüber, welche personenbezogenen und insbesondere kreditrelevanten Daten vom Kreditbüro gespeichert werden. Sie lehnten jedoch den Antrag des Antragstellers auf Auskunft über die genannte Gewichtung von Merkmalen und Auskunft über Vergleichsgruppen ab. Ursache: Geschäftsgeheimnisse wie eine sogenannte Score-Formel müssen geschützt werden.

“Eine Absurdität”, sagt Jedwillat, weil sie dazu führt, dass Verbraucher ihre Punktzahlen sogar unwissentlich negativ beeinflussen, beispielsweise weil sie mehrmals umziehen oder ihren Energieversorger und ihr Telekommunikationsunternehmen häufiger wechseln. Wie andere Anwälte und Verbraucherorganisationen versucht Jedwillat seit Jahren, Licht ins Dunkel zu bringen.

In der Vergangenheit waren Skeptiker sicherlich erfolgreich. Beispielsweise können sogenannte Geodaten nur in Ausnahmefällen verwendet werden, d. H. Abwertungen oder Neubewertungen, weil Sie im falschen oder richtigen Bereich leben. Oder weil man nach den Konditionen eines Kredits fragt. Wenn es in der Vergangenheit zu viele Fälle gab, sank die Punktzahl – obwohl sich der Kunde gegen ein Angebot entschieden hatte.

Die ersten beiden Erinnerungen

Wenn eine Punktzahl negativ ist, kann der Grund dafür oft weder von der betroffenen Person noch von Anwälten verstanden werden. “Viele Konten zum Beispiel”, sagt der Experte, “können negativ, aber auch positiv bewertet werden, wenn sie lange existieren und reibungslos funktionieren.” Gleiches gilt für Kredite.

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Individuelle Informationen haben daher “keinen oder nur einen sehr begrenzten informativen Wert”, wie SCHUFA-Mann Koch bestätigt. “Insbesondere die gegenseitige Abhängigkeit von einzelnen Daten ist statistisch relevant.”

Einzelne Gegenstände können jedoch katastrophale Auswirkungen haben. Viele Verbraucher unterschätzen die enorme Stärke von SCHUFA. Wer keinen Anspruch bezahlt, kann unter bestimmten Bedingungen abgewertet werden. Wenn die Forderung auch nach zwei Mahnungen nicht bestritten und nicht bezahlt wird, kann der Gläubiger dies der SCHUFA melden, was die Punktzahl drastisch verschlechtert. Wenn das einmalige Ereignis bestehen bleibt, steigt die Punktzahl im Laufe der Zeit wieder an, aber der Eintrag bedeutet immer noch, dass sich die Bedingungen für Finanztransaktionen verschlechtern können.

Anzahl der umstrittenen Fälle

Ein Effekt, der besonders dramatisch ist, wenn der negative Eintrag falsch gemacht wird. “Test.de” berichtete über einen Bankkunden, der ohne Vorwarnung Kreditkarte eingestellt und die Überziehungsfazilität wurde abgebrochen. Ursache: Ein Inkassounternehmen hatte zwei Namen gemischt. “Kein Einzelfall”, betont Maximilian Block, Gründer und CEO von Advocado, einer auf Online-Mediation und Beratung spezialisierten Rechtsplattform.

Die SCHUFA selbst behauptet, dass nur wenige Fehler passieren – und wenn doch, werden sie schnell korrigiert. Es hat Online-Formulare für Beschwerden verwendet und ist das einzige Kreditbüro, das einen Ombudsmann einsetzt. Fürsprecher der Verbraucher finden es jedoch schwierig zu glauben, dass die offiziellen Zahlen, die 441 erlaubten, dass Verbraucherprobleme – darunter 31 legitime – letztes Jahr eingegangen sind. “Wir haben seit Mitte letzten Jahres allein 1.000 Fälle bearbeitet”, sagt Block. “Steigender Trend!”

Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, empfehlen Experten jedem, die gespeicherten Daten und insbesondere die Basisbewertung regelmäßig zu überprüfen. Zu diesem Zweck stellt die SCHUFA eine kostenlose Kopie der Daten (gemäß Artikel 15 der DSGVO) zur Verfügung, die auf der Website meineschufa.de bestellt werden kann. Allerdings nur einmal im Jahr.

29,95 Euro für eine Mieterinformation

Wenn Sie Ihre Punktzahl genauer überprüfen möchten, müssen Sie ein Abonnement abonnieren, das je nach Service zwischen 3,95 und 6,95 Euro pro Monat kostet. Die Tatsache, dass die SCHUFA dafür Geld verlangt, ist auch ein wichtiger Punkt in der Kritik von Verbraucheranwälten. In bestimmten Situationen ist es laut Experte Vorberg beispielsweise nach einem Umzug immer noch ratsam, den Telefon- oder Energieversorger zu wechseln: “Sofort wissen, ob sich dadurch die Punktzahl ändert.”

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Wohnungssuchende sollten ebenfalls ein Abonnement in Betracht ziehen, da die SCHUFA-Informationen, nach denen immer mehr potenzielle Vermieter fragen, viel Geld kosten und bis zu 29,95 Euro kosten. Im Rahmen eines Abonnements ist es günstiger oder kostenlos.


SCHUFA-Holding und ihre Punktzahl

Beschreibung: Die SCHUFA ist ein privates Kreditbüro mit Sitz in Wiesbaden. Das Unternehmen beschäftigt über 900 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 212 Millionen Euro (ab 2019). Nach eigenen Angaben speichert das Unternehmen derzeit Daten von fast 68 Millionen Menschen und sechs Millionen Unternehmen und verarbeitet jährlich 169 Millionen Anfragen und Berichte. Die SCHUFA stellt ihren rund 10.000 Vertragspartnern neben Banken (Online-) Einzelhändlern, Energieversorgern und Telekommunikationsunternehmen täglich branchenspezifische oder individuelle Scores zur Verfügung. Unabhängig davon gibt es für jeden Verbraucher einen sogenannten SCHUFA-Basiswert, eine sektorübergreifende Bewertung der Kreditwürdigkeit des Verbrauchers. Hier erfolgt die Berechnung vierteljährlich anhand der Daten, die über eine Person bei der SCHUFA gespeichert sind.

Geteilt bedeuten die Prozentsätze:

> 97,5%: sehr geringes Risiko

95% – 97,5%: geringes bis überschaubares Risiko

90% – 95%: zufriedenstellend bis erhöhtes Risiko

80% – 90%: signifikant auf hohes Risiko erhöht

50% – 80%: sehr hohes Risiko

sehr kritisches Risiko


Welche Daten bestimmen meine Bonität:

1. Behalten Sie Ihre Daten im Auge: Stellen Sie sicher, dass Ihre SCHUFA-Daten immer korrekt sind. Bei falschen Angaben sofort um Korrektur bitten.

2. Bezahlen Sie alle Rechnungen immer pünktlich: Dies gilt nicht nur für Kredite, sondern auch für Handy- und Stromrechnungen. Es ist richtig, dass nicht alle Verzögerungen sofort an SCHUFA übertragen werden können, da zuerst zwei Erinnerungen gesendet werden müssen. Experten empfehlen jedoch die Verwendung des Lastschriftverfahrens, um das Risiko zu minimieren.

3. Seien Sie vorsichtig mit der Überziehung: Der gewährte Betrag hat keine Bedeutung. Wenn dies überschrieben wird und das Konto aufgelöst wird, folgt ein negativer Eintrag.

4. Wenn Sie Probleme haben, suchen Sie ein Gespräch: Wenn der Fall auftritt und Sie nicht rechtzeitig bezahlen können, müssen Sie sich aktiv an den Gläubiger wenden. Auf diese Weise kann ein SCHUFA-Bericht häufig vermieden werden.

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Bildquellen: Leszek Glasner / Shutterstock.com, Shutter_M / Shutterstock.com

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