Januar 16, 2021

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Die Perspektive der Irish Times auf die deutsche Politik: Leben ohne Merkel

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In Zeiten viraler Angst und Brexit-Unsicherheit sind Vorhersagen eine schlechte Idee. Man kann aber mit Sicherheit sagen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Jahr nicht mehr Bundeskanzlerin sein wird. Vier Amtszeiten später hat Merkel diese seltene Errungenschaft unter den Regierungschefs bewältigt: Sie werden durch die Tür gehen, bevor sie entlassen oder für sie gestimmt werden. Sie haben weniger Glück, ihren Nachfolger zu salben.

Vor zwei Jahren, 18 Jahre später, wurde Merkel Vorsitzende ihrer regierenden Christlich-Demokratischen Union (CDU) und trat die Nachfolge ihrer gewählten Nachfolgerin Annegret Cramp-Karenbauer an. Im vergangenen Februar trat der kleine Favorit Cramp-Karenbauer nach Tragödien bei den Kommunalwahlen und politischen Missverständnissen zurück.

Auf einer digitalen Parteikonferenz Mitte Januar werden die Delegierten wahrscheinlich den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Lacet als zentristischen Führer und Merkel Achilles als zentristischen Kanzlerkandidaten wählen.

Der Unterbrechungskandidat Friedrich Mers, ein Milliardärsgeschäftsmann und Merkel-Rivale, möchte seine Aufmerksamkeit auf die vernachlässigten Mitte-Rechts- und liberalen Wurzeln lenken. Norbert Rutzen, ein CDU-Experte für auswärtige Angelegenheiten mit dunklem Polarpotential, sagte, ihr Polarisationseffekt würde den dritten Kandidaten erhöhen.

Der neue Führer steht vor einer unerreichbaren Aufgabe: sich vor den Wahlen am 26. September öffentlich in der Partei zu etablieren. Wenn die CDU nächsten Sonntag gewählt wird und mit 37 Prozent Unterstützung voranschreitet, kann sie problemlos eine fünfte Amtszeit als Kanzlerin beantragen. Die Popularität der Partei ist untrennbar mit der von Merkel verbunden, mit einer bemerkenswerten Zufriedenheit von 74 Prozent unter den Wählern. Viele, die über die CDU abstimmen, tun dies, weil sie, nicht die Partei, und viele ihre Trennung nicht emotional verarbeitet haben – oder entscheiden, wie sie ohne sie abstimmen würden.

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Die deutsche Politik ist nicht für ihr hohes Drama bekannt, und die CDU, die seit 50 der letzten 70 Jahre an der Macht ist, hat sich als ständiger Partner in Berlin und Brüssel erwiesen. Angesichts aller Unsicherheiten des neuen Jahres war das Letzte, was Europa zu Weihnachten brauchte, die Frage, wo der stärkste Parteiführer auf dem Kontinent sein sollte.

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