“DFB braucht mehr Unordnung”

Auch Bastian Schweinsteiger kann sich nicht mehr mit der Nationalmannschaft identifizieren. Fanforscher sehen den Grund dafür in DFB und Uefa – und nennen Lösungen für die aktuelle Krise.

Kritik wird derzeit von allen Seiten begrüßt Nationalmannschaft. Keine Nähe zu den Fans, keine Identifikation und Spieler, die angeblich nicht in der Stimmung für sich sind DFB-Spiele hatten. In erster Linie mögen ehemalige Weltmeister Berti Vogts, Lothar Matthäus und Bastian Schweinsteiger war in letzter Zeit sehr kritisch gegenüber der Nationalmannschaft. Die Fans wenden sich ebenfalls ab, wie eine kürzlich durchgeführte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von t-online ergab. Aber können wir tatsächlich von einer beispiellosen Entfremdung zwischen den einst 80 Millionen Nationaltrainern und der DFB-Mannschaft sprechen?

“Ja”, sagt Fanforscher Harald Lange von der Universität Würzburg zu t-online. Von Zeit zu Zeit gab es Schwankungen in der Begeisterung für DFB-Elf, aber “seit dem Sieg VM In Brasilien versuchte die Marketingabteilung des DFB 2014 finanziell, das Produkt der Nationalmannschaft herauszuquetschen, und verlor dann zunehmend die “treuen Fans” aus den Augen. Lange sieht die Gründung des “National Fan Club”, eines vom DFB geführten Clubs. Der Fanclub ist ein offensichtlicher Widerspruch zu den Traditionen der Fankultur, in der die Fankultur etwas Unabhängiges und Selbstbewusstes ist, das sich auch durch ihre Vielfalt auszeichnet. “”

“Nations League ist unverständlich und unattraktiv”

Gut organisiertes Marketing mit Slogans wie “The Team” ist nicht der einzige Grund für eine Pause zwischen dem Team und den Fans. Es gibt eine gewisse Inflation von Spielen, sagt Sportökonom Fabio Wagner von der Johannes Gutenberg Universität Mainz zu t-online und kritisiert die Einführung von Nationenliga. “Das Format ist von Natur aus unverständlich, was die Konkurrenz unattraktiv macht und infolgedessen weniger Menschen an das Fernsehen denken.” Dies kann auch anhand der Einschätzungen des Publikums nachgewiesen werden. Das Spiel gegen die Ukraine am Samstag brachte 7,5 Millionen Menschen in das ungefähr vergleichbare WM-Spiel gegen die Tschechische Republik am 8. Oktober 2018, rund zehn Millionen wurden gesperrt.

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Was jetzt benötigt wird, um wieder mehr Fans anzulocken, ist mehr Demut, eine bodenständige Haltung und eine andere Herangehensweise an die Fans. “Der DFB braucht mehr Unordnung”, sagt Fanforscher Lange, denn Fan-Kultur ist “pure Störung”. Es gibt lebhafte Diskussionen unter den Fans. Konflikte untereinander und mit dem Verein würden umgesetzt. “Die Fans fühlen sich verstanden und mitgenommen.”

“Mit einer erfolgreichen Europameisterschaft hätten wir keine Debatte”

Das Potenzial für positive Veränderungen und mehr Identifikation ist sicherlich vorhanden, und außerdem: “Die Bedingungen sind jetzt besser als je zuvor”, sagt Lange. Die neuen, jungen Talente im DFB hätten alle die Möglichkeit, neue Identifikatoren zu werden. Dazu sollten sie frei sprechen und es wagen können.

Die neuen Spieler sind auch Teil des gegenwärtigen Elends. “Man braucht Sterne, um sich zu identifizieren, aber nach der WM 2014 sind sie zusammengebrochen”, sagte der Sportökonom Wagner. Inversion braucht daher auch Zeit, neue Sterne müssen sich erst entwickeln. Zum Beispiel schrieb “Tagesspiegel” beim Eröffnungsspiel der U21-Europameisterschaft 2004 über den jungen Bastian Schweinsteiger: “Bastian Schweinsteiger wurde im Spiel nur wegen seiner weißen Lederschuhe wahrgenommen.” Fabio Wagner ist sich aber auch sicher, dass wir bei einer erfolgreichen Europameisterschaft in diesem Sommer heute nicht über eine Identifikationskrise mit der Nationalmannschaft sprechen würden.

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