Oktober 28, 2021

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Deutschlands goldenes Zeitalter ist vorbei, denken die meisten Europäer, Merkel geht

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Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama bei einem Besuch in den USA die Hand

Jim Watson | AFP | Getty Images

Unter der Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Deutschlands Macht und Einfluss in europäischen und globalen Angelegenheiten unbestritten.

Sie scheidet 16 Jahre später aus dem Amt aus, und viele Europäer glauben, dass das “goldene Zeitalter” des Landes vorbei ist – in einer aktuellen Umfrage.

Laut einer Umfrage des European Council on Foreign Relations Think Tank in 12 EU-Ländern, deren Ergebnisse diese Woche veröffentlicht wurden, sehen die Europäer Merkel immer noch als vereinte Kraft und hoffen, dass Deutschland weiterhin die EU führen wird. Allerdings herrscht im In- und Ausland Pessimismus über die Zukunft nach Merkel.

Viele Europäer sehen Deutschland in den Umfragen als schwindende Macht – eine Mehrheit (52%) sagt, dass ihr “goldenes Zeitalter” in Deutschland noch nicht vorbei ist. Nur 15 % der Befragten in Deutschland glauben, dass sich ihr Land noch im „goldenen Zeitalter“ befindet, während 9 % der Befragten glauben, dass es noch bevorsteht.

In ganz Europa gab ein Drittel (34 %) der befragten Europäer an, dass der deutsche Stern verblasst, 21 % sagten, es sei heute „goldenes Zeitalter“ und nur 10 % glaubten, dass die Zeit die Zukunft sei.

Als Merkel nach der Bundestagswahl am 26. September ihr Amt niederlegt, verdeutlichen die Daten die Ungewissheit über die Zukunft des Landes in Deutschland und den Nachbarländern und die wirkliche Führung der Europäischen Union.

Merkel vs. Längezeichen

Trotz einiger umstrittener Richtlinien scheidet Merkel, 67, unter ihren Bedingungen aus dem Amt aus. Obwohl Analysten erwarten, dass Macron das von Merkel hinterlassene Führungsvakuum füllt, bleibt sie in Europa eine beliebte Persönlichkeit, mehr als ihr französischer Rivale Emmanuel Macron.

Als der ECFR fragte, wen sie in einem fiktiven Wettbewerb um die EU-Präsidentschaft zwischen Merkel von Deutschland und Macron von Frankreich wählen sollten, dachte die Mehrheit der Europäer (41%), sie würden Merkel wählen, während nur 14% sagten, sie würden Macron wählen (oder die restlichen 45 % nicht).

Große Unterstützung erhielt Merkel bei dieser fiktiven Wahl in den Niederlanden (58%), Spanien (57%) und Portugal (52%). Auch bei den Franzosen werden 32 % Merkel und 20 % Macron wählen.

Kein Wunder, dass er Merkel nachhaltig liebt. Er sieht sie als nachhaltiges Paar mit praktischen und ruhigen Köpfen in der Krise – und sie hatte im Büro etwas zu tun.

Merkel hat Deutschland, die Eurozone und die gesamte Europäische Union durch eine Reihe von Schocks geführt, darunter die Finanzkrise 2008-2009, die anschließende Staatsschuldenkrise in der Eurozone und die Einwanderungskrise von 2015-2016, die 2012 ausbrach. Zuletzt spielte sie eine Schlüsselrolle bei der Reaktion Europas auf die Coronavirus-Pandemie und überwachte mit Macron auch den EU-Wiederaufbauplan.

Der französische Präsident Emmanuel Macron (Zweite L), die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (R), US-Präsident Donald Trump (ehemals L) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Front R) gehen bei einem Familienfoto im Rahmen des Nato-Gipfels an ihnen vorbei. Grove Hotel in Watford im Nordosten Londons, 4. Dezember 2019.

Christian Hartmann | AFP | Getty Images

Doch nicht immer überzeugte Merkels Politik in der Krise ihre Freunde. Zur Zeit der Schulden wurde sie in Griechenland zu einer verhassten Figur, die argumentierte, Deutschland solle Athen als Bedingung für internationale Kautionen strenge Sparmaßnahmen auferlegen.

Gleichzeitig löste ihre Entscheidung, während der Einwanderungskrise Millionen syrischer Migranten nach Deutschland zu lassen, Panik im Land aus.

Zukünftige Führung

Wie könnten sich die Beziehungen Deutschlands zum Rest der Europäischen Union und die wirkliche Führung des Blocks ändern, nachdem Merkel aus dem Amt ausgeschieden ist?

In ihrem neuesten Bericht “Beyond Merkelism: What Europeans Expect from Post-Election Germany”, der am Dienstag veröffentlicht wurde, argumentieren die Autoren Piotr Buras und Jana Puglier, dass die Europäische Union keine andere Wahl habe, als ihre Rolle in der politischen Führung Deutschlands nach der Merkel-Politik zu ändern.

“Der Merkelismus wird es nicht mehr geben, und der nächste Bundeskanzler muss einen anderen Weg finden”, sagte Piotr Buras, Mitautor und Leiter des Warschauer Büros des ECFR.

„Merkel konnte sich in den letzten 15 Jahren auf dem gesamten Kontinent über Wasser halten, aber die Herausforderungen, denen Europa jetzt gegenübersteht – Epidemien, Klimawandel, geopolitischer Wettbewerb – erfordern radikale Lösungen, keine kosmetischen Veränderungen.

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