Oktober 6, 2022

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Deutschland schlägt Muster-Cybersicherheitsstandards für die Raumfahrtindustrie vor

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Die deutschen Sicherheitsrichtlinien für Satelliten wären nach Ansicht europäischer Satellitenexperten und der Bundesregierung ein gutes Vorbild für breitere IT-Standards für die gesamte Raumfahrtindustrie bei der Entwicklung und Einführung kommerzieller Software.

Die deutsche Behörde, die den Leitfaden kürzlich herausgegeben hat, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, versucht, ihn zur Grundlage für europäische oder internationale Cybersicherheitsstandards in Bezug auf die Raumfahrtindustrie zu machen. Weltraummissionen beinhalten oft Lieferanten und Know-how aus verschiedenen Ländern, was laut Weltraumforschern und Satellitenunternehmen gemeinsame Standards von entscheidender Bedeutung macht.

„Wir brauchen in Europa eine Art Konsens für viele Länder“, sagte Frank Schubert, Leiter der Cyber-Programme in Deutschland bei Airbus SE.es ist

Defence and Space Unit, die an der Entwicklung der Richtlinien mitgewirkt hat. Das Dokument legt Mindest-Cybermaßnahmen fest, um Satellitenunternehmen dabei zu helfen, sicherzustellen, dass ihre Lieferketten bestimmte Schwachstellen beheben, und Unternehmen würden davon profitieren, gemeinsame Begriffe zu haben, auf die sie sich mit Partnern und Lieferanten in anderen Ländern beziehen können, sagte er.

Die deutschen Richtlinien listen Maßnahmen zum Schutz von Satelliten in unterschiedlichen Phasen auf, etwa während des Transports und der Erprobung sowie im Orbit.

Wie verwundbar Satelliten sind, zeigte ein Cyberangriff auf das Satellitenkommunikationsunternehmen Viasat Inc.

24. Februar, der Tag, an dem Russland in die Ukraine einmarschierte. Der Angriff unterbrach die Internetverbindungen Tausender Europäer und die Fernüberwachungssysteme deutscher Windparks.

Die Angreifer hätten Modems und andere Geräte in der Ukraine ins Visier genommen, die von einem Viasat-Satelliten bedient würden, teilte das Unternehmen damals mit. Im März gab die US-Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit eine Warnung vor Bedrohungen für Satelliten heraus. Im Mai machten die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und die Europäische Union Russland für den Vorfall mit Viasat verantwortlich. Russland hat immer bestritten, Cyberangriffe gestartet zu haben.

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Staatliche Weltraumbehörden aus Ländern wie den Vereinigten Staaten, Japan, China, Kanada, Deutschland und Italien diskutieren Cybersicherheit im Rahmen des gemeinnützigen Beratungsausschusses für Weltraumdatensysteme. Ein weiteres Mitglied der Gruppe ist die Europäische Weltraumorganisation, die nicht Teil des EU-Systems ist und Nicht-EU-Länder wie die Schweiz und Norwegen umfasst.

Das Komitee erörterte, wie Satelliten geschützt werden könnten, die etwa 10 Jahre im Orbit bleiben könnten, falls Post-Quanten-Computer auftauchen, die das derzeitige Verschlüsselungsniveau durchbrechen könnten, sagte Daniel Fischer, Leiter Anwendungen und Robotik innerhalb der Datensysteme der Europäischen Weltraumorganisation. Einheit.

Die europäische Agentur untersucht potenzielle Post-Quanten-Verschlüsselungstechnologien, sagte er, und überwacht einen internationalen Wettbewerb, der vom US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology organisiert wird und darauf abzielt, sichere kryptografische Algorithmen zu identifizieren. „Es ist immer noch eine Kristallkugel, aber wir haben einige kluge Vermutungen“, sagte er.

Satelliten bieten unter anderem Internetkonnektivität, Medienübertragungen, wissenschaftliche Daten und Navigationsdienste. Laut einem im letzten Monat von der Space Foundation, einer in Colorado ansässigen gemeinnützigen Organisation, veröffentlichten Bericht wird die globale Raumfahrtwirtschaft auf rund 469 Milliarden US-Dollar geschätzt, die hauptsächlich von kommerziellen Raumfahrtdiensten, -produkten und -infrastrukturen angetrieben wird.

„Keine Nation kann dies alleine tun, weil alles super miteinander verbunden ist, wenn man in den Weltraum fliegt“, sagte Erin Miller, Geschäftsführerin des Space Information Sharing and Analysis Center, einer anderen gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Colorado. Die Gruppe erleichtert den Austausch von Informationen über Cyber-Bedrohungen zwischen ihren Mitgliedern, zu denen Unternehmen auf der ganzen Welt gehören.

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Cyber-Bedrohungen ändern sich, da die Satellitenindustrie kommerzieller wird, Unternehmen Satelliten für kürzere Zeiträume in den Weltraum schicken und billigere Komponenten als zuvor verwenden.

Die Veröffentlichung von System-Upgrades und das Einspielen von Sicherheitspatches auf bereits im Orbit befindliche Satelliten stellen ein besonderes Risiko dar, sagt Stefan Langhammer, Bereichsleiter Informations- und Cybersicherheit bei der OHB SE.es ist

OHB Digital Connect GmbH, ein deutscher Satellitenhersteller, der zu den deutschen Richtlinien beigetragen hat.

Der deutsche Satellitenhersteller OHB hat an den deutschen Sicherheitsrichtlinien für Satelliten mitgewirkt. Hier ein OHB-Mitarbeiter in Bremen.


Foto:

Patrik Stollarz/Agence France-Presse/Getty Images

Unternehmen brauchen Anleitungen zu Patches, Upgrades und Funktionsänderungen nach einem Satellitenstart, sagte Langhammer. Die Ausgabe von System- und Sicherheits-Upgrades birgt Risiken, insbesondere für Satelliten, die mehrere Jahre im Orbit verbleiben. „Wir dürfen keine Fehler machen. Wenn das Update nicht funktioniert, können wir niemanden zum Satelliten schicken und den Reset-Knopf drücken“, sagte er.

Experten erwarten, dass in den kommenden Jahren mehr kommerzielle Technologien verfügbar werden, die möglicherweise mehr handelsübliche, mit dem Internet verbundene Komponenten verwenden werden. Dies erhöht das Risiko von Cyberangriffen, da Hacker möglicherweise Ransomware-Angriffe starten könnten, die eine große Gruppe von Satelliten betreffen könnten, die als System zusammenarbeiten, sagte Brandon Bailey, Senior Cybersecurity Project Manager bei der Aerospace Corporation, einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Kalifornien.

„Je mehr Kommerzialisierung stattfindet, desto besser wäre es, Informationen über die bestehenden Bedrohungen und die Schutzmaßnahmen zu haben, die helfen könnten, sie abzuschwächen“, sagte Bailey.

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