Januar 20, 2022

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Deutschland hat die Hälfte seiner verbleibenden sechs Kernkraftwerke abgeschaltet

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BERLIN (dpa) – Ein Jahr bevor Deutschland den letzten Vorhang für die jahrzehntelange Nutzung der Kernenergie gelegt hat, hat Deutschland am Freitag die Hälfte seiner sechs Kernkraftwerke abgeschaltet.

Den Ausstieg aus der Kernenergie und den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien traf erstmals 2002 die Mitte-Links-Regierung Gerhard Schröder. Seine Nachfolgerin Angela Merkel hat die Entscheidung zur Verlängerung der Laufzeit der deutschen Kernkraftwerke rückgängig gemacht. Die Katastrophe von Fukushima in Japan im Jahr 2011 setzte auch eine Frist bis 2022 für ihre Schließung.

Die drei derzeit geschlossenen Reaktoren wurden Mitte der 1980er Jahre erstmals in Betrieb genommen. Gemeinsam versorgen sie seit fast vier Jahrzehnten Millionen deutscher Familien mit Strom.

Eine der Anlagen – Brockdorf – liegt 40 km (25 Meilen) nordwestlich der Hamburg an der Elbe – wurde zu einem besonderen Zentrum für Anti-Atom-Proteste, die die Katastrophe von Tschernobyl 1986 in der Sowjetunion beschleunigten.

Die anderen beiden sind Grohende, 40 km südlich von Hannover und Gundremingen, 80 km (50 Meilen) westlich von München.

Einige in Deutschland haben eine Überprüfung der Entscheidung zum Ausstieg aus der Kernenergie gefordert, da bereits in Betrieb befindliche Kraftwerke relativ wenig Kohlendioxid produzieren. Befürworter der Kernenergie argumentieren, dass sie Deutschland helfen könnte, seine Klimaziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu erreichen.

Doch die Bundesregierung sagte diese Woche, dass im nächsten Jahr alle Atomkraftwerke stillgelegt und der Kohleausstieg eingestellt werde. Es wird weder die Energiesicherheit des Landes bis 2030 noch sein Ziel beeinträchtigen, Europas größte Volkswirtschaft bis 2045 „klimaneutral“ zu machen.

„Wir können zeigen, dass dies in Deutschland möglich ist, indem wir die erneuerbaren Energien massiv steigern und den Ausbau des Stromnetzes beschleunigen“, sagte Robert Habeck, Minister für Wirtschaft und Klima.

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Bis 2021 sollen 46 % des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Kohle, Erdgas und andere fossile Brennstoffe machen nach Angaben des Fraunhofer-Instituts rund 41 % aus, Kernenergie mehr als 13 %.

Viele Nachbarn Deutschlands haben bereits Pläne zum Atomausstieg angekündigt, Aber andere stehen fest in der Technologie. Frankreich plant den Bau neuer Reaktoren, Deutschland wählt Erdgas als “Brücke”, bis erneuerbare Energien verfügbar sind..

Die verbleibenden drei deutschen Kernkraftwerke Emsland, Issar und Neckarwestim werden bis Ende 2022 stillgelegt.

Obwohl einige Arbeitsplätze wegfallen werden, sagt der Energieversorger RWE, dass zwei Drittel seiner 600 Arbeiter im Kernkraftwerk Gundremmingen nach der Schließung nach 2030 in Betrieb bleiben werden. Deutsche Atomkonzerne erhalten rund 3 Milliarden US-Dollar Für die vorzeitige Stilllegung ihrer Anlagen.

Umweltministerin Steffi Lemke hat Vorschläge zurückgewiesen, dass eine neue Generation von Atomkraftwerken Deutschland zu einem erneuten Kurswechsel zwingen könnte.

“Atomkraftwerke sind nach wie vor Hochrisikoanlagen, die hohe Mengen radioaktiven Atommülls produzieren”, sagte sie diese Woche der Funky Media Group.

Es ist noch nicht endgültig entschieden, wo der stärkste Atommüll aus deutschen Kraftwerken gelagert werden soll.. Experten sagen, dass einige Objekte 35.000 Generationen lang gefährlich radioaktiv bleiben werden.

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Folgen Sie der Berichterstattung von AP über Wetternachrichten unter http://apnews.com/hub/climate

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