November 29, 2022

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Der Mittelstand schrumpft, die Ungleichheit wächst: Spiegel

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Deutschland steht vor der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 50 Jahren mit sinkendem Wohlstand, einer schrumpfenden Mittelschicht und zunehmender Ungleichheit, so ein aktueller Bericht des Top-Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

Der am Donnerstag veröffentlichte Bericht nannte eine hohe Inflation, steigende Energiepreise und eine sich verlangsamende Wirtschaft als Deutschlands jüngste Krisen, seit Russland im Februar eine Militäraktion in der Ukraine startete.

„Die Wachstumseinbußen werden dauerhaft sein. Deutschland ist den Prognosen zufolge am Kollaps“, sagte Ökonom Michael Fratscher, der die deutsche Wirtschaft in diesem Winter mit einem Verzehnfachen der Wechselkurs-Strompreise, zahlreichen Firmenpleiten und einer dauerhaft lahmgelegten Wirtschaft in eine Rezession schlittern würde.

Nach zwei goldenen Jahrzehnten mit steigenden Einkommen, stetigem Wirtschaftswachstum und niedriger Arbeitslosigkeit steht der deutschen Mittelschicht oder allen außer den obersten 10 Prozent des Landes ein hartes Jahrzehnt bevor.

„Ich fürchte, wir werden uns das gute Leben, das wir führen, bald nicht mehr leisten können. Wir sind entsetzt“, sagte Nicole Geithner, die als Rettungssanitäterin arbeitet und mit einem Bruttohaushaltseinkommen von 90.000 Euro in Duesden mit einer vierköpfigen Familie lebt.

Familien mit zwei Kindern und einem Nettoeinkommen von 3.000 Euro im Monat sorgen sich beispielsweise um die soziale Gerechtigkeit im Land, da die Bürger monatlich 1.000 Euro mehr für Gas und Strom zahlen müssen und für 1 Million Euro ein Zwei-Zimmer-Haus kaufen müssen . Wohnung.

Die Reallöhne fielen im zweiten Quartal dieses Jahres um 4,4 Prozent, so der Bericht. Der Sparkassenverband schätzt, dass 60 Prozent der deutschen Haushalte es sich nicht leisten können, Geld sofort zur Seite zu legen.

In den Städten Leipzig, Magdeburg und Pforsheim sind in den vergangenen Wochen Tausende auf die Straße gegangen, und das könnte erst der Anfang sein.

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Politiker warnen vor einem „warmen Herbst“, einem Winter des Zorns und verweisen auf mögliche Proteste und Unruhen.

Der Spiegel schrieb, dass die Ungleichheit seit den 1990er Jahren zunimmt, da die Einkommen auseinander driften, und die Reichen mehr besitzen, während die Zahl der Menschen mit niedrigem Einkommen wächst. Drei Viertel der Deutschen befürchten, dass es ihnen langfristig finanziell schlechter geht.

Dem Bericht zufolge versuche die Bundesregierung, die Probleme zu unterdrücken und die untere Mittelschicht mit Bargeld zu beruhigen, und arbeite an ihrem dritten Hilfspaket in wenigen Monaten.

Geplant sind unter anderem eine Energiepauschale für Rentner, eine ÖPNV-Flatrate (von 49 bis 69 Euro im Monat) und erhöhte monatliche Kindergeldzahlungen für Eltern.

Obwohl die Bundesregierung inzwischen rund 95 Milliarden Euro an Hilfsgeldern bewilligt hat, halten laut einer Umfrage des Meinungsforschers CV im Auftrag des SPIEGEL 60 Prozent der Deutschen die Hilfspakete für nicht sozial gerecht.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat seinen Wahlkampf mit der Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit gewonnen, doch 50 Prozent der Befragten sind laut Umfrage „sehr unzufrieden“ mit der Leistung des Kanzlers.

Unterdessen sagen Ökonomen, dass die Erwartungen der Regierung realistisch sein sollten und die Lösung in diesen außergewöhnlichen Zeiten möglicherweise nicht perfekt ist. Sie müssen greifbare Ergebnisse haben, da in diesem Sommer die öffentlichen Verkehrsmittel für 9 Euro im Monat verabschiedet wurden.

„Die Regierung muss aufpassen, dass ein dramatischer Anstieg der Energiepreise nicht ganze Bevölkerungsschichten in die Armut treibt“, sagte Timo Vollmershauser, Chefvolkswirt des ifo Instituts in München.

Vollmershauser hält es für ausgemacht, dass die Wirtschaft ab dem Winterhalbjahr in eine Rezession abgleiten wird. Er geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung auch im kommenden Jahr um 0,3 Prozent schrumpfen wird, so die jüngste Prognose.

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